Leserstimme zu
Neuschnee

Jahreswechsel ...

Von: Diane Jordan
21.01.2020

Das Booklet meiner MP3-CD wirkt auf den ersten Blick recht düster. Eine abgelegene Hütte im Wald, am Fusse eines hohen Berges. Eingehüllt in Schnee und Eis. Der Titel „Neuschnee“ liegt drückend oberhalb des Hüttendachs vom Haus. Der Name der Autorin “Lucy Foley“ sowie der Sprecher sind in einem angenehmen Gelbton dargestellt. Das gibt einen schönen Kontrast zu den sonst monochromen blauschwarzen Farben, wie ich finde. In der Hüllengestaltung findet der Hörer ein Porträt von Foley sowie Biographien der anderen fünf Mitwirkenden. Auf der Rückseite ist in weißer Schrift: Neun Freunde. Eine Hütte in den Highlands. Viele Geheimnisse. Eine Leiche gedruckt. Das hört sich doch spannend an. Als Krimifan und Vielleser möchte ich natürlich sofort mit der CD starten. Und die schottischen Highlands, wo ich selber schon war, bieten sich meines Erachtens prima für so eine Story an. Vielleicht Klischee oder meine Fantasie ist zu lebhaft, wer weiss das schon im Voraus? Jedenfalls gefällt mir die Idee der Autorin, neun Freunde zum Jahreswechsel an diesen Ort zu schicken. Der Plot ist genial, die Protagonisten sind Leute wie „du und ich“ und man kann sich schnell mit ihnen identifizieren. Die Charaktere der „scheinbaren“ Freunde sind unterschiedlich und reizvoll beschrieben. Der Sprachstil und die Wortwahl ist der Krimi-Thematik angemessen. Die Story unterteilt Foley in „Vor(her)“ und „Nach(her)“, ähnlich wie beim aktuellen Knives Out. Den habe ich gerade mit meinem Lieblingsmenschen im Kino gesehen und sehe da, ähnlich wie beim Brettspiel „Cluedo“, Parallelen. Ein feines Detektivspiel, was durchaus auch heute noch seinen Reiz hat. Als Krimi-Fan liebe ich natürlich solche Bücher oder Hörbücher besonders. Und nichtsdestotrotz ist das Hörbuch, für meinen Geschmack, gut gemacht. Nervenkitzel, unblutig und trotzdem mit überraschenden Wendungen, was mir persönlich immer gut gefällt. Ein tolles Hörbuch, was prima in die kalte Jahreszeit, wie zum Beispiel den Januar, passt. Wo der Neuschnee natürlich auch Spuren verdeckt oder verschleiert. Inhalt: Neun Freunde. Eine Hütte in den Highlands. Viele Geheimnisse. Eine Leiche. Winter in den schottischen Highlands: Neun Freunde verbringen den Jahreswechsel in einer abgelegenen Berghütte. Sie feiern ausgelassen, erkunden die eindrucksvolle Landschaft und gehen auf die Jagd – doch was als ein unbeschwerter Ausflug beginnt, wird bitterer Ernst, als heftiger Schneefall das Anwesen von der Außenwelt abschneidet. Nicht nur das Gerücht von einem umherstreifenden Serienmörder lässt die Stimmung immer beklemmender werden, auch innerhalb der Gruppe suchen sich lang begrabene Geheimnisse ihren gefährlichen Weg ans Licht. Dann wird einer der Freunde tot draußen im Schnee gefunden. Und die Situation in der Hütte eskaliert … Die Autorin: Lucy Foley, 1986 in Sussex, England geboren, hat Englische Literatur in Durham studiert und ihren Masterabschluss in Moderner Literatur an der Universität London gemacht. Sie arbeitete einige Jahre als Lektorin bei Hodder & Stoughton und schrieb währenddessen ihren ersten Roman »Die Stunde der Liebenden«. Lucy Foley lebt in London, wenn sie nicht gerade auf der Suche nach neuen Romanstoffen die Welt bereist. Weitere Mitwirkende: Ivana Marinović, geboren in Esslingen am Neckar, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und arbeitete mehrere Jahre in einem Kinder- und Jugendbuchverlag, bevor sie sich als freie Lektorin und Übersetzerin selbstständig machte, um sich neben ihrer Bücherliebe ausgiebig ihrer zweiten großen Schwäche, dem Reisen, widmen zu können. Florens Schmidt, geboren 1984 in Berlin, erhielt seine Ausbildung an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam. Nach seinem Abschluss verschlug es ihn nicht nur an verschiedene Schauspielhäuser, unter anderem in Hamburg, Potsdam und Berlin, sondern auch immer wieder vor die Kamera. 2009 übernahm er eine der Hauptrollen im Kinofilm „Krankheit der Jugend“. Neben seinen schauspielerischen Engagements ist Schmidt auch als Hörspielsprecher tätig. Maja Maneiro, geboren 1982, ist eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin mit spanischen Wurzeln. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin. Heike Warmuth wurde 1979 in Potsdam geboren. Direkt nach ihrer Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch holte sie Katharina Thalbach für die Rolle der Julia im Shakespeare-Drama „Romeo und Julia“ ans Maxim Gorki Theater. Es folgten Zusammenarbeiten mit u. a. Alexander Lang, Armin Petras und Adriana Altaras. Neben ihrer Tätigkeit als Theaterschauspielerin ist Heike Warmuth auch regelmäßig in Kino- und Fernsehrollen zu sehen, u. a. im Spielfilm „Das wilde Leben“ (2007) sowie in der ARD-Krankenhausserie „In aller Freundschaft“ und der RTL-Soap „Alles was zählt“. Zwischen 2015 und 2018 verkörperte sie hier die Rolle der Carmen Bauer. Weitere Bücher: Die leuchtenden Tage am Bosporus, Die Stunde der Liebenden, Das Versprechen eines Sommers, usw. Fazit: **** 4 Sterne. Die CD „Neuschnee“ ist im HörVerlag erschienen und wird spannend von Maja Maneiro, Sandrine Mittelstädt, Monika Oschek, Florens Schmidt und Heike Warmuth vorgetragen.