Leserstimme zu
Wayward

Beklemmend und erschütternd

Von: Magische Momente
24.01.2020

Drum merke dir, fange nie zu lesen an, wenn du nicht alle Bände Zuhause hast. Eine Aussage, die ich bei der Wayward Pines Trilogie absolut unterschreiben muss. Band 1 hat mich quasi mehr als begeistert. Es hat richtig eingeschlagen und ich war wirklich sprachlos darüber, was sich hinter Wayward Pines verbarg. Im zweiten Band ist Ethan kein verzweifelter Secret Service Agent mehr. Er wird nicht mehr gejagt. Stattdessen wird er selbst zum Jäger. Aber wie sehr, kann er diese Position ausfüllen? Wie sehr ist er der Aufgabe als Sheriff gewachsen? Und was noch viel wichtiger ist , wird er mit der Masse oder gegen den Strom schwimmen? Dieser Band schließt nahtlos an den Vorgänger an, wodurch ich wieder sehr gut in der Handlung angekommen bin. Der Autor schreibt unglaublich fesselnd, mitreißend und bildhaft, dass ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte. Die Kapitel sind nicht allzu lang, dennoch oft mit kleinen Cliffhangern versehen. So dass man unbedingt weiterlesen muss. Dieser Band ist mit unterschiedlichen Perspektiven versehen, so dass ziemlich interessante Aspekte verdeutlicht werden. Dieser Band zeichnet sich nicht durch Unwissenheit und pure Action aus. Viel mehr ist es die Monotonie der Gesellschaft und die schreckliche Wahrheit dahinter, die alles beklemmend macht. Der Autor versäumt in keinster Weise , darauf hinzuweisen. Im Laufe der Handlung gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, die mir zunächst unglaublich viele Rätsel aufgaben. Anfangs etwas verwirrend, aber dennoch durchgehend interessant. Dieses Mal steht nicht allein Ethan im Fokus. Wir erfahren mehr über die Menschen dahinter. Wobei die Antagonisten hier sehr viel Raum bekommen. Das macht sie noch Angst einflößender und unberechenbarer. Man fühlt eine Beklemmung, die sich bis in die Zehenspitzen verstärkt. Man fühlt eine Angst, die sich immer mehr im ganzen Körper ausbreitet. Eine Wut, endlich diese Monotonie zu durchbrechen und aufzuräumen. Doch was kommt danach? Friede, Chaos oder die Monster, die man so sehr fürchtet? Ich muss zugeben , dass der Anfang interessant und spannend war. Er mich aber nicht wirklich vom Hocker gerissen hat. Denn neue Entwicklungen gab es nicht wirklich zu verzeichnen. Dafür verstand Blake Crouch gekonnt, mit den Ängsten der Leser zu spielen. Er gaukelt uns eine Sicherheit und Harmonie vor, die allzu trügerisch und auch fatal ist. Daneben spürt man deutlich wie es im Hintergrund brodelt. Wie man kontinuierlich auf eine Katastrophe zusteuert. Besonders interessant und faszinierend fand ich diesmal die Charaktere. Die sich merklich weiterentwickelt haben. Ihre Fassade bröckelt und man sieht Facetten, die man nicht für möglich halten würde. Ich war wirklich überrascht und schockiert gleichermaßen. Wusste aber dennoch nicht, was es für die gesamte Handlung bedeutete. Aufgrund brillant gesetzter Wendungen, bekam ich mit voller Brutalität, die Auswirkungen zu spüren. Der Autor legt dabei sehr viel Einfühlungsvermögen hinein, um auch den psychologischen Aspekt zu verdeutlichen. Auf der zwischenmenschlichen Ebene entwickelt sich eine Menge und löst damit auch neue Konflikte aus. Das letzte Drittel hat mich förmlich aus den Latschen kippen lassen. Ein Schock folgte dem nächsten und ich war nicht mehr sicher, wo ich überhaupt noch stand. Ist es der pure Wahnsinn, Gier, Selbstüberschätzung? Oder ist es einfach nur die Wahrheit? Auch wenn ich anfangs meine Zweifel hatte, so hat mich dieser Band am Ende mehr als überzeugen können. Die losen Fäden fanden zusammen und meine Emotionen und Gedanken gerieten völlig durcheinander. Das Adrenalin peitschte durch meine Adern, weil ständig etwas neues passierte. Sie viel Erkenntnisse, soviel Grausamkeit , aber auch Traurigkeit und Verzweiflung. Verpackt in einem zweiten Band, der schlichtweg an die Grenzen bringt und am eigenen Verstand zweifeln lässt. Das Ende hab ich zwar kommen sehen, aber nicht mit so einer Präsenz und Gewalt. Ich bin ehrlich erschüttert, schockiert, wütend und atemlos. Ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht. Fazit: Wayward Pines geht in die zweite Runde und bringt damit neue Entwicklungen und Wahrheiten ans Licht. Ein Band , der mich ordentlich gefordert und an die Grenzen getrieben hat. Blake Crouch setzt diesmal den Fokus auf die Charaktere und die Vergangenheit. Ein Aspekt der sehr überraschend und schockierend ist. Ein sehr gelungener, emotionaler und vielschichtiger zweiter Band, der mich erschüttert und unglaublich wütend gemacht hat. Der Cliffhanger ist so fies, dass ich unbedingt sofort Band 3 brauche. Am Ende steht man vor der Frage, wer denn die eigentlichen Monster sind. Die, die wir aussperren oder die, die uns eine lächelnde Fassade zeigen?