Leserstimme zu
Die Meerestochter

Eine herzzerreißende Mutter-Tochter-Geschichte

Von: Gedankenflüge
04.02.2020

Meine Gedanken zu der Geschichte Als erstes muss ich gestehen, ich kannte die Autorin noch nicht, daher hatte ich jetzt auch keine spezielle Erwartungen, es war einfach die Geschichte die mich neugierig gemacht hatte. Aber erst mal zum Cover. Es gefällt mir sehr gut und das schon als ich es das erste mal entdeckt hatte. Endlich mal wieder kein Mensch auf dem Cover. 👍🏻 Einfach eine tolle Aussicht von den Klippen aufs Meer. Auch wenn ich jetzt die Blüten nicht gebraucht hätte, aber sie stören mich auch nicht sonderlich, es ist das was das Bild in mir auslöst, wenn ich es anschaue. Die Meerestochter als Titel… Hm… Ja, geht, aber irgendwie führt er etwas in die Irre, da gefällt mir der Original Titel dann doch viel besser und er passt auch sehr viel besser zur Geschichte. Er lautet nämlich „The Lost Sister“. In der Geschichte geht es hauptsächlich um Selma und Backy. Mutter und Tochter. Es ist aber eine sehr belastete Beziehung. Denn ihre Mutter ist unglücklich. Sie fühlt sich gefangen, eingesperrt, blockiert. Das wirkt sich natürlich auf ihr schreiben aus was wiederum die Stimmung beeinträchtigt, ein Teufelskreis. Dann kam der Tag, als Becky 8 war, an diesem Tag veränderte sich alles. An diesem besagten Abend am Strand hatte enorme Auswirkungen auf das Leben aller Betroffenen. Wohl am meisten für Selma. Denn sie verlässt ihre Familie für den Mann, der den Jungen gerettet hat. Man kann sich vorstellen was das für alle bedeutet hat. Für keinen der 3 war es einfach, jeder hatte seinen eigenen Kampf zu kämpfen. Mitten drin Becky, die damit gar nicht umgehen konnte, wie auch mit 8! Selma und Becky hatten immer weniger Kontakt, bis er fast ganz abgebrochen ist, bis zu dem Tag als Selma sie aus dem Krankenhaus anrief um ihr zu sagen das sie nicht mehr lange zu Leben habe. Was das mit Becky machte überforderte sie selber, dennoch entschied sie sich sie zu besuchen und bevor Selma starb machte sie eine schockierende Bemerkung, leider konnte sie nichts mehr weiter erfahren, denn gleich darauf verstarb ihre Mutter. Sie hatte eine Schwester!! Auf der Such nach ihr macht sie sich gleichzeitig auf die Suche nach ihren Wurzeln, nach der Geschichte ihrer Mutter, auch wenn sie das am Anfang gar nicht weiss. Prota- und Antagonisten & Co Da haben wir natürlich Selma, Mutter, Ehefrau und Autorin mit einer Schreibblockade. Sie fühlt sich gefangen, ist frustriert, leer und total unglücklich in ihrer Beziehung mit ihrem leben. Dennoch liebt sie Becky abgöttisch, sie würde alles, fast alles für sie tun. Dann kommt der Tag an dem sie beschliesst die Familie zu verlassen, für ein anderen Mann, für ein anderes Leben aber vor allem fürs schreiben. Eigentlich vor allem fürs Schreiben! Witziger weise konnte ich ihr nie, in keiner Minute böse sein, obwohl ich denke viele würden genau das empfinden. Denn welche Mutter verlässt schon ihr Kind. Aber so einfach ist das alles natürlich nicht… Man erfährt nach und nach welche Dinge dahinter stehen, spätestens dann, sollte jeder wenigstens ein wenig Mitgefühl aufbringen können. Dann Mike, ihr Mann und Vater von Tochter Becky. Er arbeitet viel um Selma die Möglichkeit zu bieten ihrem „Hobby„, das Schreiben, nach gehen zu können. Für ihn ist alles bestens… Tja, bis zu jenem verhängnisvollen Abend. Ehrlich, ich hatte echt mühe mit ihm, seiner Art, anstatt das er mal überlegt warum das alles so gekommen ist, macht er es sich einfach und gibt nur Selma die Schuld an der ganzen Situation. Empathie scheint nicht seine Stärke zu sein. Was das Mitgefühl gegenüber ihm angeht, ging mir schon ziemlich früh abhanden. Er ist verständnislos, egoistisch und für ihn gehts nur darum Selma eins reinzuwürgen. Was er damit anrichtet, das ist ihm egal. Dann darf man natürlich Idris nicht vergessen, er ist der geheimnisvolle, charmante Mann für den Selma ihre Familie verlassen hat, aber es steckt eben mehr als nur die Tatsache dahinter das sie sich diesem Mann anschliesst, er sieht in ihr etwas das ihr Mann, ihre „Freundinnen“ nie in ihr gesehen haben. Er vertraute auf ihre Fähigkeit als Autorin und unterstützte sie auch. Aber auch diese Beziehung ist so vielschichtig, man kann das einfach nicht unbeachtet lassen. Idris zieht nicht nur Selma mit seiner charismatischen Ausstrahlung an… sondern auch Sie hat auf ihn eine anziehende Wirkung. Aber es ist eben auch nicht immer alles Gold was glänzt. Auch er hat so seine Geheimnisse und seine Vergangenheit. Und dann, ja dann natürlich noch Becky, als 8 jährige und später als erwachsene Frau. Als Kind ist sie natürlich ein typisches Mädchen deren Leben aus der Bahn gerät als ihre Mutter sie verlässt, sie versteht die Welt nicht mehr und verschliesst sich immer mehr gegenüber ihrer Mutter. Und man kann sich denken das die Beziehung zur Mutter alles andere als einfach ist. Auch später ist sie noch voller Wut gegenüber der Mutter das sie kaum Kontakt haben, bis zu diesem Tag als sie erfährt das ihre Mutter tot krank ist. Auch dieser Tag verändert wieder alles für Becky… Und sie wird mit so vielen Gefühlen konfrontiert die ihr fast den Atem nehmen, doch sie wächst daran, auf der Suche nach viel mehr als nur ihrer Schwester. Die Sache mit dem Text Tracy Buchanan schreibt einfach fantastisch. So bildlich, so gefühlvoll und so spannend. Von der ersten Seite an hat sie mich mitgenommen durch das Leben von Selma und Becky und es war eine wirklich vielschichtige Geschichte, mit vielen Wendungen und die ein oder andere Überraschungen, und Gefühlen. Die Autorin hat die Geschichte so aufgebaut das sie die Kapitel durch die Protagonisten gekenntzeichnet hat. Sie wechselt in der Zeit ab, mal erzählt sie uns etwas über die Vergangenheit, dann nimmt sie uns wieder mit in die Gegenwart. So erfahren wir nach und nach die Geschichte von Selma, aber natürlich auch die von Becky und Idris. Auch wenn es eigentlich hauptsächlich um Selma geht. Tracy Buchhanen hat mich mehr als nur begeistert, es ist das erste Buch in diesem Jahr und es ist grade ein Highlight 🤩Das Buch gehört definitiv von nun an zu meinen Lieblingsbüchern. Ich denke ich werde mir das andere Buch „Die Mitternachtsschwestern“ auch mal genauer angucken, auch wenn ich jetzt etwas Angst habe das ich da dann zu viel Erwartungen in die Geschichte stecke und enttäuscht werde. Aber sollte ich wirklich mal üb er das Buch stolpern, dann schau ich mal rein. Fazit Ein wirklich trauriges, aber dennoch schönes Familiendrama. So vielschichtig, gefühlvoll und einer schöner Landschaft. Ich kann es allen einfach nur empfehlen die auch mal Bücher gerne lesen die einem das Herz brechen können.