Leserstimme zu
Hinter den Türen

Hera Lind, eine Koryphäe beim Schreiben von Tatsachen Romane

Von: SarielaBooks
05.02.2020

Hera Lind, einen Autorennamen den ich in meinen jungen Jahren immer mit Frauenliteratur in Verbindung gebracht habe. Aber nachdem ich „Die Frau, die frei sein wollte“ von ihr gelesen habe, bin ich eine begeisterte Leserin von ihr. Gerade ihre Tatsachen Romane haben es mir angetan. Daher musste ich „Hinter den Türen“ auch lesen. Jedoch muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich lange daran gelesen habe. Nicht, weil das Buch schlecht war, sondern es mal wieder härtere Kost war. Ich habe mit Juliane sehr mitgelitten. Aber jetzt erstmals von Anfang an: Unsere Protagonistin Juliane hat alles was Frau sich wünscht: Einen tollen Mann, ein Eigenheim und zwei wunderbare Kinder. Das sie solches Glück im Leben hat, möchte sie etwas zurück geben und Kindern aus schwierigen Verhältnissen als Pflegefamilie dienen. Natürlich waren ihr und Jon bewusst, dass dies mit Sicherheit nicht einfach sein würde. Doch was die Familie erwartet, damit hat keiner gerechnet. Frau Lind zeigt auf, was es heißt gegen Bürokratie ankämpfen zu müssen und Kinder aufzunehmen, denen schlimmes wiederfahren ist. Sie nimmt den Leser mit auf ein Abenteuer, was wirklich an den Nerven zerrt. Da dieses Buch auf einer wahren Begebenheit ruht, an dieser Stelle „Hut ab“ vor Juliane Bressing, dass sie dies gemeistert hat. Ich war schockiert, wie mit Familie Bressing in dem Fall umgesprungen wurde. Denn jeder Schritt von der Familie wurde kontrolliert oder direkt geblockt. Denn die ganz normalen Kinder, sind alles – aber keine normalen Kinder. Ich war beim Lesen an so vielen Stellen geschockt und wütend und dachte, dies könnte alles nicht wahr sein. Denn es gibt mit Sicherheit genug Familien, die Hilfe benötigen würde, aber die Menschen die helfen möchten durch den Behörden-Irrsinn abgeschreckt werden. Denn seien wir mal ehrlich, ich hätte nicht den Mut, wie Julianne in der Geschichte, drei Kinder in meine Familie aufzunehmen. Wenn ich dann daran denke, was die Kinder hier vorher erlebt haben, wird mir jetzt noch anders. Daher möchte ich sagen, dass dieses Buch absolut zu empfehlen ist. Frau Lind beschönigt hier nichts, sie klärt auf. Sie zeigt auf, was mit Kindern geschieht, die Schlimmes erlebt haben. Sie vermittelt dem Leser, dass es nicht ausreicht diese Kinder aus der Familie zu holen, sondern sie Hilfe benötigen. Kinder verarbeiten Trauma nur schwer und jedes Kind verarbeitet anders. Respekt an jede Familie, die sich als Pflegefamilie zur Verfügung stellen. Frau Linds Schreibstil ist wie immer sehr flüssig und angenehm zu lesen. Auf Grund des gewählten Themas, ist auch der Spannungsbogen sehr hoch. Denn als Leser fiebert man wahnsinnig mit Julianne mit. Die Protagonisten sind sehr gut gezeichnet. Sie haben etwas von der netten Familie neben an, man konnte sich gut mit jeder Person identifizieren. Ich für meinen Teil bin mal wieder begeistert von Hera Lind. Die Autorin hat ein gutes Händchen dafür Tatsachen Berichte in einen Roman zu fassen ohne die Thematik aus den Augen zu lassen. Daher ganz klare Leseempfehlung! Liebe Hera Lind, vielen Dank, dass sie diese Geschichte aufgeschrieben haben!