Leserstimme zu
The One - Finde dein perfektes Match

Alles gut mit dem perfekten Match?

Von: Stage Reptiles
20.04.2020

Die Entschlüsselung eines genetischen Codes ermöglicht es, den perfekten Partner zu finden. Damit hat die Dating-Plattform MatchyourDNA fast alle Konkurrenzseiten vom Markt gedrängt. Aber sind Seelenverwandte auch wirklich glückliche Paare, die sich alles anvertrauen? Ein einfacher DNA-Test und jeder Mensch findet sein perfektes Match - das klingt wundervoll und einfach. Doch schnell wird klar, dass es auch Menschen gibt, zu denen niemand zu passen scheint und die somit eine Außenseiterrolle einnehmen müssen. Natürlich gibt es auch in dieser Welt Paare, die nicht füreinander bestimmt sind, aber trotzdem geheiratet haben oder sich ineinander verlieben. Aber ohne diese Schmetterlinge im Bauch, kann das wirklich Liebe sein? Gerade die Frauen in dem Buch fragen sich das immer wieder mal. Was passiert eigentlich, wenn das perfekte Match das gleiche Geschlecht hat und man von seiner Homosexualität bisher überhaupt nichts wusste? John Marrs hat für diesen Thriller viele Fragen abgedeckt, die bei einer solchen revolutionären Erfindung auftreten können. Eben die Frage nach Homosexualität, die bisher nicht ausgelebt wurde, die Frage nach den Unterschieden wie Alter oder Wohnort. Das Hauptthema ist jedoch, ob das perfekte Match auch die perfekte Beziehung nach sich zieht. Keine Lügen, keine Geheimnisse, kein Streit? All das gibt es in der perfekten Beziehung ebenfalls und Marrs macht klar: Nichts unterscheidet sich von den herkömmlichen Partnerschaften ohne DNA-Abgleich. Das baut Spannung auf und macht The One zu einem echten Page Turner.  Dafür sorgt vor allem auch der Perspektivenwechsel in jedem Kapitel. Zuweilen mag dies aber etwas verwirrend sein, zu viele Figuren, deren Gedankenwelt man mitbekommt, zu viele Geschichten und Fäden, die gesponnen werden, auch wenn alles auf ein großes Finale hindeutet. Zusätzlich gibt es Zeitsprünge, die stellenweise zu unklar sind und man fragt sich unweigerlich: Warum dieser Zeitraffer und wie viele Tage oder Monate sind überhaupt vergangen? Das Fazit fällt dennoch positiv auf, denn die Idee ist wirklich interessant und macht Lust auf das Buch - und die Geschichte fesselt Hörer und Leser gleichermaßen. Das Hörbuch wird übrigens von Charles Rettinghaus gelesen, dem man stundenlang zuhören kann. Eine ruhige Stimme, die den Figuren trotzdem viel Leben einhaucht.