Leserstimme zu
Sterben auf Portugiesisch

Viel zu schnell ausgelesen

Von: Sonja Brinkhoff aus Krefeld
20.04.2020

Das Lesen dieses Buches hat mich wieder daran erinnert, warum das geschriebene Wort einen manchmal eine Geschichte so viel lebendiger miterleben lassen kann als bewegte Bilder im Fernsehen. Wie schon im ersten Band ist der Autorin eine sehr spannende Kriminalgeschichte geglückt, die zu meinem großen Gefallen ohne allzu blutige Details auskommt und dennoch sehr fesselnd ist. Auch das um den Kriminalfall herum gebettete Privatleben des Kommissars inklusive Vertiefung der bereits bekannten Nebencharaktere aus dem ersten Band kommt nicht zu kurz, was das Lesen dieses Buches so abwechslungsreich macht. Ich glaube wirklich, dass ich bei diesem Band sogar noch mehr gelacht habe als beim Lesen des Erstlings im letzten Jahr. Allein die Vorstellung einer Fernandos Nebenbuhler so sträflich missachtenden und im Anschluss abgehauenen und im Stammcafé sitzenden und von Touristen auf Törtchen eingeladenen Raquel... Einfach nur herrlich. Dabei ist die Schweinedame erfreulicherweise auch weiterhin kein personifiziertes Wundertier sondern eine amüsante, aber dennoch durchaus realistische Bereicherung der Szenerie. Hinzu kommt, dass Fernandos wunderbar menschliche Art, die sich beispielsweise in seinem 'Igitt' als Reaktion auf den Fund der Muschelsucher zeigt, ihn als ermittelnden Kommissar so nahbar macht. Durch diese emotionale Bindung zum Hauptcharakter sowie die gleichsam vorhandene Spannung wird man als Leser meines Erachtens wie von selbst durch die Geschichte getragen, so dass sie am Ende wieder viel zu schnell gelesen war - und ich nun wieder gespannt bis zur Veröffentlichung des nächsten Bandes warten muss.