Leserstimme zu
Das Kind in dir muss Heimat finden

Sonnenkind und Schattenkind

Von: Mias Anker
02.06.2020

Der Inhalt: Es ist gar nicht so leicht, den Inhalt zusammenzufassen, da das Buch facettenreich ist und viele kleine Unterthemen enthält. Allgemein zusammengefasst geht es darum, mit seinem Schattenkind (die Versinnbildlichung negativer Glaubenssätze) Frieden zu schließen und das Sonnenkind in sich (positive Glaubenssätze) heller scheinen zu lassen. Stefanie Stahl versucht in ihrem Buch einen allgemeinen Überblick über verschiedene psychologische Bereiche zu schaffen, die ihre Anfänge in der Kindheit haben. Kindererziehung und der Einfluss der Eltern spielen dabei eine zentrale Rolle. Negative Glaubenssätze, die seit der Kindheit verankert sind und den Alltag erschweren, sollen mithilfe des Buches wahrgenommen und ggf. behoben werden. Ansätze wie Projektion, Narzismus oder Süchte werden ebenfalls erwähnt, allerdings legt das Buch keinen Fokus auf bestimmte Diagnosen. Viele der angewandten Methoden waren mir bereits bekannt, weil ich schon zwei Verhaltenstherapien hinter mir habe. Menschen mit Therapieerfahrung werden also sicher auf vertraute Informationen stoßen. Mir half das Buch aber vor allem dabei, mein bisheriges, lückenhaftes Wissen zu stärken. Zudem stieß ich auf viele tolle Zitate, die einen gewaltigen „Aha“-Moment in mir auslösten. Es bringt nichts, das Buch nur zu „lesen“. Die Autorin selbst weist daraufhin, dass eine erfolgreiche Heilung nur dann bestehen kann, wenn eine betroffene Person aktiv an sich arbeitet. Demnach würde es nichts bringen, das Buch zu lesen und anschließend auf Besserung zu hoffen. Die vorgegebenen Methoden und Tipps sollen gelesen und bestenfalls auch angewendet werden. Ich kann euch das Buch wirklich nur ans Herz legen. Besonders hat es mir darin geholfen, zu erkennen, dass fast jede meiner negativen Emotionen im Alltag auf mein Schattenkind zurückzuführen ist, das in seiner Kindheit verletzt wurde und „falsche“ Glaubenssätze entwickelt hat. Jede Kränkung, jeder impulsive Ausbruch, jedes „Ja“-Sagen oder ständige Konfliktvermeidung hat einen bestimmten Ursprung. Kenne ich den Ursprung, kann ich ihn ändern. Das ist es nämlich, was das Buch ebenfalls verspricht: Man kann sich ändern. Das Gehirn ist lernfähig und kann seine Glaubenssätze mit aktiver Arbeit umpolen.