Leserstimme zu
Papa allein zu Haus

Rezension: Papa allein zu Haus

Von: HausHofKind
11.05.2015

Nach dem ich eine Weile in diesem Buch herumgeblättert hatte, war ich mir unsicher: Ist das, was ich hier in Händen halte, hier lustig oder üble sexistische Kackscheiße? Die Bilder von Dave Engledow sind zweifelsohne gut gemacht und schön anzuschauen. Hier sind Situationen, aus dem “Alltag” mit Kind dargestellt. Das Chaos, das dabei entsteht ist aber unglaublich krass (Tasse verschluckt), ausufernd (Chaos in der Küche) und gefährlich (Kind sitzt auf dem Grill). Man könnte schreiben, dass die besondere Bildbearbeitung den surrealistischen Ansatz der Bildsprache und Humor des Buches Papa allein zu Haus unterstreicht. Oder man einigt sich darauf, dass hier alle Klischees, die es über unfähige Väter gibt, bestärkt werden. Foto von Papa mit Tochter allein zu Haus Papa allein zu Haus – Dave Engledow Klar ist: Wegen den Texten braucht man das Buch nicht zu kaufen. Die sind nur Füllwerk. Wir halten hier das Werk eines Fotografen in den Händen. Dave Engledow legt eindeutig den Fokus auf die Bilder. Diese sind es auch, die das Werk sehenswert machen. Ich habe den Papa allein zu Haus eine Weile lang in meiner Handtasche gehabt und eine kleine Umfrage gemacht, weil ich einfach nicht wusste, wie ich diesen Bildband einordnen sollte. Meine (ebenfalls weiblichen) Freundinnen auf dem Spielplatz konnten mit den Bildern nicht so viel anfangen. Sie blätterten eher halb amüsiert in dem Werk. Geld hätten sie dafür nicht bezahlt. Ganz anders die Männer (und Väter!), mit denen ich gesprochen habe! Mein eigener Mann möchte dieses Buch gerne neben die Toilette legen, als unterhaltsame Lektüre. Ein Kollege hat einfach nur laut über jedes einzelne Bild gelacht, und mein Chef sagt: “Es ist wie die männliche Antwort auf Anne Geddes Bilder. Nut mit väterlichem Witz, teils auch schon etwas schwarzem Humor und viel Selbstironie. Gestraft ist der Vater der seinen Alltag mit Kind so erlebt, gepeinigt wer das nicht mit Humor nimmt.” Nun, ganz so streng muss man es ja nicht unbedingt sehen. Ich denke aber, dass es sich hier eher um ein “Männerbuch” handelt. Ich kann mir vorstellen, dass das ein lustiges Geschenk für einen werdenden Vater ist, oder für einen, der schon mitten im Windel-Chaos steckt. Auf alle Fälle erregt dieses Buch Aufmerksamkeit, wie man auch an den zahlreichen Kommentaren im Netz sehen kann. Fast jeder Elternblog, der etwas auf sich hält, hat dieses Buch schon besprochen. So wie wir halt.