Leserstimme zu
Vardo – Nach dem Sturm

Vardo - Nach dem Sturm

Von: Literaturblogsaarland
15.09.2020

Inhalt : Vardø, Norwegen am Weihnachtsabend 1617. Maren sieht einen plötzlichen, heftigen Sturm über dem Meer aufziehen. Vierzig Fischer, darunter ihr Vater und Bruder, zerschellen an den Felsen. Alle Männer der Insel sind ausgelöscht – und die Frauen von Vardø bleiben allein zurück. Drei Jahre später setzt ein unheilvoller Mann seinen Fuß auf die abgelegene Insel. In Schottland hat Absalom Cornet Hexen verbrannt, jetzt soll er auf Vardø für Ordnung sorgen. Ihn begleitet seine junge norwegische Ehefrau. Ursa findet die Autorität ihres Mannes aufregend und hat zugleich Angst davor. Auf Vardø begegnet sie Maren und erkennt in ihr etwas, das sie noch nie zuvor erlebt hat: eine unabhängige Frau. Doch für Absalom ist Vardø nur eins - eine Insel, die von Gott verlassen wurde und die er von teuflischer Sünde befreien muss. Vita : Kiran Millwood Hargrave wurde 1990 in Surrey geboren. In ihrem ersten Jahr an der Universität begann sie Lyrik zu verfassen und veröffentlichte drei Gedichtbände und ein Theaterstück. Ihre Kinderbücher wurden in England sofort zu Bestsellern, sie gewann den Waterstones Children's Book Prize und den British Book Awards für das Children's Book of the Year. »Vardø. Nach dem Sturm« ist ihr erster Roman für Erwachsene. Mit ihrem Mann Tom und der Katze Luna lebt die Autorin in Oxford direkt am Fluss. Buchbesprechung : Die Autorin Kira Millwood Hargrave greift in ihrem neuen Roman eine wahre Begebenheit auf. Am Weihnachtsabend im Jahre 1617  gab es in Norwegen das schlimmste Unwetter aller Zeiten. Besonders betroffen war die östlich gelegene Insel Vardo. Alle Männer kommen ums Leben, die Frauen bleiben zurück. Von diesem unglück zutiefst erschüttert, müssen die Frauen versuchen, in dieser kargen Gegend fast ohne männliche Hilfe zurechtzukommen. Unsere Protagonistin Maren hat durch den verheerenden Sturm Vater, Bruder und den Verlobten verloren und muss nun mit ihrer Mutter und der schwangeren Schwägerin Diinna zurechtkommen. Zur gleichen Zeit kam es in Nordnorwegen zu einer Welle von Hexenverfolgungen. Diese macht auch vor der Insel Vardo nicht halt. Drei Jahre nach dem Unglück soll Absalom Cornet, der schon in Schottland Hexen verbrannt hat, auf Vardo für Ordnung sorgen. Mit dabei ist auch seine junge Frau Ursa. Die beiden haben erst vor kurzem geheiratet und Ursa ist in allem noch völlig unerfahren, vor allem im Führen eines Haushaltes. Ursa wird von den Inselbewohnerinnen argwöhnisch beäugt, aber nach und nach entwickelt sich so etwas wie eine zarte Freundschaft zwischen ihr und Maren, da sie sich Mren anvertrauen kann und diese ihr auch in alltäglichen Sachen Ratschläge gibt und ihr hilft, sich zurechtzufinden. Das Tun des Hexenverfolgers Absalom Cornet ist grausam und schwer zu ertragen, vor allem, da es auf historischen Tatsachen beruht. Die Autorin hat einen ganz einzigartigen und behutsamen Schreibstil, der das Buch für mich zu etwas ganz besonderem gemacht hat. Die Charaktere wurden von der Autorin sehr gut herausgearbeitet und auch die verschiedenen Glaubensrichtungen wurden anschaulich dargestellt. Insbesondere die Macht der Liebe, die alle Schwierigkeiten überwinden kann und sich immer einen Weg bahnt, hat die Schriftstellerin toll beschrieben, was mir sehr gut gefallen hat. Die Hexenverfolgung in Nordnorwegen war mir bis dato völlig unbekannt und ich werde mich in diese Thematik mit Sicherheit noch mehr vertiefen. Für mich war dieses Buch eine absolutes Lebens-Lese-Highlight. Ich vergebe hier die Höchstbewertung von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung. Einen ganz, ganz lieben Dank an die Verlagsgruppe Random House GmbH und das Bloggerportal für die kostenlose Zusendung des Rezensionsexemplares.