Leserstimme zu
Das Tudor-Komplott

Zweiter Fall um Elisabeths Spion

Von: Frau Goethe
18.05.2015

In London laufen die Vorbereitungen zur Krönung von Mary Tudor. Auch ihre Halbschwester Elisabeth hat sich von Hatfield auf den Weg gemacht. Mit gemischten Gefühlen haben es ihre Bediensteten hingenommen, dass sie allein reiste. Als obendrein William Cecil einen Brief erhält, dass Elisabeth am Hof in Gefahr sei, bittet er Brendan, sie zu schützen. Als Daniel Beecham verschafft dieser sich erneut Zutritt zum Hof und behält Elisabeth im Auge. Der Ich-Erzähler und ehemalige Junker Robert Dudleys lässt nun die Leser einen Blick auf das unruhige London werfen. Nach dem Tod König Edwards VI. verfolgt nun seine Halbschwester Mary die Anhänger des Protestantischen Glaubens. Sie besteht darauf, dass sich ihr Volk und ganz besonders Elisabeth zum wahren Glauben bekennen. Als Großnichte von Kaiser Karl V. und zukünftiger Ehefrau Philipp II. von Spanien ist für sie die durch ihren Vater verkündete Reformation undenkbar. Philipps Interesse liegt eher bei einer Allianz mit England, falls ein Thronfolger geboren wird. Allein die realen Vorgänge bieten schon genügend Stoff für einen Krimi. Vor dieser historischen Kulisse lässt Christopher Gortner erneut seine Figuren Intrigen spinnen. Er orientiert sich dabei stark an den belegten Ereignissen und kommt mit wenigen fiktiven Figuren aus. Neben Brendan und Peregrine erhöht auch die Spionin Sybilla die Spannung. Bei ihr ist nie ganz klar, auf welcher Seite sie steht. Man muss die politischen Ränkespiele schon sehr genau kennen, um ihr Agieren zu durchschauen. Jene Kenner werden vermutlich erstaunt sein, wie wenig die Mitglieder der Wyatt-Verschwörung erwähnt werden. Gerade dieser Aufstand war in der Englischen Geschichte untrennbar mit den Ereignissen dieser Zeit verbunden. Da hier aber der Fokus mehr auf dem Spion liegt und dieser nicht an der Verschwörung beteiligt war, müssen wir uns leider bis zum dritten Teil mit neuen Aktionen gedulden. "Die Tudor-Fehde" erscheint im Juli 2015.