Leserstimme zu
Der Weg der gefallenen Sterne

Der letzte Teil einer tollen Zukunftssaga

Von: Diary of a Booklover
20.05.2015

Autor/in: Caragh O’Brien Verlag: Heyne Seitenzahl: 350 Seiten Genre: Utopie (Jugendliche / Junge Erwachsene) Reihe: Band 3 der “Birthmarked”-Trilogie Inhalt in einem Satz: Im dritten Teil der faszinierenden Zukunfts-Saga möchte die junge Hebamme Gaia endlich die Klassenunterschiede zwischen der reichen Enklave und den bitterarmen Außenbezirken beheben, doch all ihre Versuche, mit dem skrupellosen Protektor der Enklave zu verhandeln, scheinen zwecklos… Meine Meinung: Teil 1 und 2 der Reihe habe ich schon vor einigen Jahren verschlungen, und nun hatte ich endlich die Möglichkeit, den letzten Band zu lesen. Meine Erwartungen waren ziemlich hoch, denn die ersten beiden Bände haben mich damals extrem begeistert. Teil 3 konnte da leider nicht ganz so gut mithalten… Mit den Charakteren konnte ich zu Beginn dieses Bandes nicht sonderlich gut warmwerden. Obwohl ich den Schreibstil flüssig und angenehm fand, habe ich mich in der ersten Hälfte des Buches ein bisschen gelangweilt, da die Story mich einfach nicht richtig erreichen konnte (viel Handlung gab es anfangs auch irgendwie garnicht). Ich konnte mich nicht mehr so gut in Gaia hineinversetzen, die mir zuvor immer sehr sympathisch war. Denn die Protagonistin, die sich in Teil 1 unsterblich in Leon verliebt hat und in Teil 2 dann plötzlich auch noch in zwei weitere Männer (Will und Peter, zwei Brüder), entscheidet sich zu Beginn vom letzten Teil nun für einen der drei Männer - aber sie trifft ihre Wahl so halbherzig, dass man dem “verliebten Paar” kaum die Gefühle abnimmt. Allgemein hätte man in diesem Buch Gaias Gefühle wirklich deutlicher machen können, z.B. wenn sie sich um ihre kleine Schwester oder ihre Freunde sorgt. In den Vorgänger-Bänden kam sie mir einfach warmherziger vor. Die zweite Buchhälfte konnte mich dann aber deutlich mehr mitreißen. Es gab plötzlich viel mehr Handlung und gegen Ende des Buches konnte ich es kaum mehr aus der Hand legen. Was mir aber auch noch aufgefallen ist: Es handelt sich bei dem Buch ja um eine Utopie, die im Jahre 2410 spielt. Beinahe der gesamte Forschungsstand ist aber irgendwie nicht mal auf dem Stand von 1900. Wenn einem das erstmal auffällt, bekommt man diesen Hintergedanken beim Lesen nicht mehr richtig aus dem Kopf. Scheinbar ist jeder technische Fortschritt plötzlich einfach wieder weg, als ob es ihn nie gab. Lediglich in die Embryonenforschung wird in dieser utopischen Zukunft investiert - dieser moralische Zwiespalt, ob man auch wirklich alles machen darf und sollte, was technisch möglich ist, wird ganz gut deutlich. An der kleinen Ungereimtheit sollte man sich also nicht weiter stören. Ich finde die eigentliche Thematik und das Grundkonzept (besonders das erwähnte Schichten-System, das in der Geschichte ja tatsächlich immer wieder aktuell ist) wirklich interessant. Fazit: Auch wenn ich jetzt sehr viel kritisiert habe, soll es nicht so rüberkommen, als ob ich das Buch schlecht fand. Teil 3 kann für meinen Geschmack nicht ganz mit den ersten beiden mithalten, ist aber trotzdem lesenswert. :) Das Problem ist einfach, dass vieles nur oberflächlich beschrieben wird. Vielleicht war das aber bei den Vorgänger-Teilen auch so und es ist mir nur nicht aufgefallen, weil ich damals noch viel jünger war? Ich denke, dass dieses Buch besonders für jüngere Leser viel spannender sein könnte, als für Junge Erwachsene, die sich wahrscheinlich in der Story mehr Tiefgang erhoffen. Trotz allem ein sehr schönes Buch und ein netter Abschluss einer wirklich tollen Saga! :) Bewertung: 📖 📖 📖 📖 (4/5) Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Heyne-Verlag für das gratis Testlese-Exemplar!