Leserstimme zu
Rette mich

Spannungsgeladene, leidenschaftliche und unvorhersehbare Handlung!

Von: Seitenfluesterin
25.05.2015

Eines Nachts findet sich Nora Grey auf unerklärliche Weise vor dem Grab ihres verstorbenen Vaters auf dem Friedhof wieder. Wenn sie den Versuch wagt, sich an die letzten Stunden zurück zu erinnern, so findet sie nichts als eine Leere in ihrem Kopf. Eine Lücke in ihrem Gedächtnis und Schwärze- eine Schwärze, die sie zutiefst berührt und zu der sie sich hingezogen fühlt, ohne dafür eine logische Erklärung zu haben. Noras Gedanken bestehen nur aus einem riesigen Fragezeichen und dem erschütterten Gefühl, dass sie ihr Leben in Sicherheit und Normalität lange zurückgelassen hat. Denn Nora Grey wurde Opfer einer Entführung und wird erst nach drei Monaten in der Freiheit abgesetzt, wobei sie feststellen muss, dass fünf Monate ihres Lebens wie ausgelöscht sind, als wäre eine Brücke, die sie mit ihrem Ich aus dieser Zeit verbunden hat, einfach eingestürzt. Doch sie möchte diesen Gedächtnisverlust nicht einfach hinnehmen und ein Leben in Ungewissheit leben, während ihr Entführer sie möglicherweise noch verfolgt und sie verspottet aufgrund ihrer Ahnungslosigkeit. Allerdings stellt es sich als nicht einfach heraus an die Erinnerungen zu kommen, denn ihre einzigen Quellen, ihre Mutter und die beste Freundin, scheinen einen wichtigen Teil vor ihr verbergen zu wollen, der womöglich der Schlüssel dazu ist, die Brücke der Erinnerung wieder aufzubauen. Auf der Suche nach allen Puzzleteilen muss Nora mit der Zeit allerdings feststellen, dass ihr Leben vor ihrem Gedächtnisschwund alles andere als von Normalität geprägt war- geprägt von gefallenen Engeln, Nephilim und dem Wissen, dass ihr Entführer da mit drinhängen musste. Und dann wäre da noch Jev, der ein Teil dieser Welt ist, aber ihn mehr mit Nora verbindet, als er zugeben möchte... Mit dem Gedanken, dass ich eine erneute Trennung von Nora und Patch nicht ertragen könnte, wagte ich mich dann etwas zögerlich an den dritten Teil der "Engel der Nacht"- Reihe. Gleich zu Beginn wurde ich sofort in die Handlung hineingesogen und hatte das Gefühl mich neben Nora auf dem Friedhof wiederzufinden, jedoch nur als stiller Zuschauer, der von niemanden bemerkt werden würde. Für mich als Leser hat es schon leidgetan, wie Nora immer wieder den Versuch wagt, Licht ins Dunkeln in ihrem Gedächtnis zu bringen, aber dann von den Menschen angelogen wurde, von denen man es am wenigstens erwartet hätte und ich als stiller Zuschauer, der die ganze Geschichte kennt, habe mich gefangen in meiner selbst gefühlt, da ich einfach nichts dagegen anrichten konnte, wobei ich Nora doch so gerne helfen wollte. Die Handlung und deren Verlauf war bis zum Ende hin unvorhersehbar und ich konnte mir so gar kein Bild darüber machen, was die Schwarze Hand, inzwischen auch bekannt als Hank Millar, der leibliche Vater von Nora, im Schilde führte und der Leser wurde im Dunkeln gelassen. Während die Seiten nur so verflogen, weil ich mir ein gutes Ende für Nora wünschte, war ich dann doch stolz auf Nora, die im Gegensatz zum zweiten Teil, wieder Herr ihres Verstandes wird und nach und nach der Rätsels Lösung auf die Spur kommt, weshalb ich als teilnahmsloser 'Zuschauer' etwas aufatmen konnte und bereit war mich mit Nora auszusöhnen, nachdem mich ihr Verhalten im vorherigen Teil wirklich an einen schmalen Grat meiner Geduld gebracht hatte. Ihre Entwicklung in dem dritten Teil hat mich sehr beeindruckt, denn sie war nicht mehr das verletzliche Mädchen, das sich sehr stark von ihren Gefühlen beeinflussen lassen hat wie es im zweiten Teil der Fall war, sondern sie ist selbstbewusst, schlagfertig und bringt so manche große Opfer, um ihre liebsten zu schützen. Natürlich darf Patch, der sich zu Beginn dieses Buches "Jev" nannte, nicht fehlen und somit wurde die angespannte Handlung in eine knisternde Atmosphäre gehüllt, die mein Nora und Patch liebendes Herz nur so dahinschmelzen ließ, da Patch Nora auch in diesem Teil als tapferer, schwarzer Ritter zur Seite steht, da er alles für seine große Liebe tun würde, ohne das Nora anfangs etwas davon zu ahnen scheint. Auch in diesem Teil war Patch einfach Patch - düster, geheimnisvoll, sehr mächtig und von seinem äußeren Erscheinungsbild alles andere als der Traum ein jeder Schwiegermutter, doch wenn er jemanden liebt, dann tut er das mit ganzem Herzen. Er lässt sich für Nora sogar seine wiedererlangten Flügel herausreißen, um Nora zu retten und begibt sich auf die Seite der Bösen... Ein Opfer, das mein Herz für einen Moment aussetzen ließ. Bei jeder Begegnung habe ich als Leser gehofft, dass sich diese Distanz, die vor allem von Patchs Seite ausging um Nora zu schützen, fällt und die beiden sich wieder in die Arme nehmen können. Die anderen Charaktere wie Vee, Noras Mutter und Marcie wurden diesmal nur am Rande erwähnt, was der Handlung allerdings keinen Schaden zugefügt hat, denn die Handlung war zum Ende hin so spannungsgeladen, dass die Normalität, die von diesen Nebencharakteren ausging, beinahe unwirklich schient. Dennoch war der schmale Grat zwischen der Normalität und der Welt von gefallenen Engeln und Nephilim ziemlich beängstigend. Zusammenfassend lässt sich nur sagen, dass mich dieser Teil wirklich überzeugt hat und seinen Vorgängern um einiges voraus ist, besonders auf der Ebene der Spannung, Emotionen und Unvorhersehbarkeit. Es lässt sich wie in den Teilen davor sehr gut mitfiebern und kann das Buch nicht aus der Hand legen.