Leserstimme zu
Ein wunderbares Jahr

Nett, von der Idee gut, aber wenig nachhaltend

Von: Hanne / Lesegenuss
02.06.2015

Angesprochen durch das Cover als auch dem Infotext des Verlags fühlte ich mich als Leserin gleich angesprochen - das war ein Buch für m ich! Leider habe ich die unkorrigierte Fassung als Leseexemplar erhalten. Schade, denn da waren noch einige Stellen, die sofort unangenehm auffielen. Doch das Buch musste schon gut sein, eine enorme Werbekampagne seitens des Verlags sprach dafür. "Ein wunderbares Jahr" handelt von Giorgia, ihrem Leben und ihrer Familie. Bei der Anprobe ihres Hochzeitskleids rauscht der Verlobte am Ladenfenster vorbei, an seiner Seite junge Frau mit Kind. Giorgia rennt hinaus und ist völlig konsterniert, als der Junge zu ihrem Verlobten Dad sagt. Davon hatte sie nichts gewusst. Hals über Kopf fährt sie in ihrer Bekleidung heim an den Ort, wo sie eigentlich in ein paar Tagen Ben heiraten wollte. Das Weingut der Eltern lag in Sebastopol, Kalifornien. Doch auch dort waren in ihrer Abwesenheit Veränderungen eingetreten. Die beiden Brüder hatten sich zerstritten, ihre Eltern lebten in getrennten Häusern auf dem Gut und überhaupt ... Die Nachricht, dass der Vater den Familienbetrieb verkaufen wollte bzw. die Papiere waren gezeichnet, trifft Giorgia mit aller Wucht. Doch kampflos wollte sie dem neuen Besitzer das Weingut nicht überlassen. Nicht IHR Heim, ihre Zuflucht. Los Angeles oder das Weingut? Viele Probleme kommen auf den Tisch, die auch mit den jeweiligen Protagonisten verbunden sind. Die Schreibart von Laura Dave ist sehr temporeich und so ergibt sich aufgrund der Komplexität oft ein "was zu viel ist ist zu viel". Vom Inhalt her ist die Geschichte nicht neu. Im Oktober 2014 gab es den Fernsehfilm "Geschenkte Jahre" von Katie Fjorde und dort findet sich die Idee dieses Buches z. T. wieder: Weingutverkauf, Frau verlässt Mann (in diesem Buch halt Verlobten), Frau will Weingut kaufen - verguckt sich in den Käufer usw ... Und genau daran erinnerte ich mich, als ich "Ein wunderbares Jahr" angefangen hatte zu lesen. Noch ein Wort zum Cover: Ich finde das deutsche ja wirklich wunderschön, allerdings das englische ebenso. Und es passt irgendwie besser - meiner Meinung nach. Pfirsiche hin - her ... Sicher ist die Sprache der Autorin bemerkenswert. Ihr Schreibstil hebt sich ab von anderen, und dennoch habe ich zwischendurch des öfteren den roten Faden aus den Augen verloren. Das ganz große Gefühl stellte sich nicht ein. Mir hat das gewisse "Etwas" gefehlt. Auch wenn es von mir Kritik gibt, hat mich das Buch für einige Stunden gut unterhalten.