Leserstimme zu
Der Engelsbaum

Berührend, aber zu langatmig ..

Von: Lena Wilczynski
09.06.2015

Cover: Das Cover lädt zum Träumen ein :-) Man sieht eine junge Frau, in einem zauberhaften Kleid. Sie steht auf einem Balkon eines alten Herrenhauses, welches für mich Marchmont darstellt. Über ihr die Äste eines herrlichen blühenden Baumes. Im Hintergrund ist eine winterliche, verschneite Landschaft zu sehen. Der Engelsbaum Inhalt: Mir fällt es ehrlich gesagt ein wenig schwer, dieses Hörbuch zu bewerten, da ich eine zweigeteilte Meinung habe. Zu Beginn der Geschichte war ich mit den unzähligen Charakteren und den wechselnden Handlungssträngen, doch etwas überfordert. Greta steht im Mittelpunkt der Handlung. Sie leidet nach einem Unfall an Amnesie und ihre Lebensgeschichte, an die sie sich nach und nach erinnert, wird wie in einem Rückblick auf ihr Leben erzählt. Dabei muss sie sich mit den Fehlern, die sie gemacht hat und deren Konsequenzen, auseinandersetzen. Im Blick auf ihr Leben werden, im Laufe der Zeit, drei Generationen heranwachsen. Die Charaktere in Gretas Leben setzen sich aus Greta, David, Owen und L.J (Laura Jane) zusammen. Greta empfand ich zu Beginn als sehr naiv, jedoch auf liebenswerte Art und Weise. Sie verändert/wandelt sich während des Buchs mehrmals, sie wächst an ihrer eigenen Geschichte, was ich authentisch finde. David ist warmherzig, Greta sehr zugetan und hilfsbereit, was leider häufig ausgenutzt wird. Laura Jane (L.J) ist Davids Mutter, eine selbstbewusste, robuste und doch warmherzige Frau. Für die Menschen, die sie liebt, würde sie durchs Feuer gehen. Ich hab sie als interessante und sympathische Frau, während des Buchs, schätzen gelernt. Im Laufe der Geschichte folgt noch Cheska, Gretas Tochter, welche die zentrale Rolle im Buch spielt. Sie ist manipulativ, egozentrisch, berechnend und immer auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Auf der anderen Seite zeigen sich schon in ihrer jüngsten Kindheit Anzeichen einer psychischen Erkrankung, die von ihrer Mutter ignoriert bzw. unterdrückt werden. Ein bisschen Mitleid sollte man also definitiv haben. Die letzte wichtige Person ist Ava, Cheskas Tochter. Ihr Charakter spiegelt das genaue Gegenteil ihrer Mutter wieder. Sie liebt das Land, ist liebenswert, großzügig und bescheiden. Aufbau/Struktur/Stil: Die Handlung spielt in mehreren Zeitepochen. In der Gegenwart, haben wir 1985, befinden uns auf Marchmont, es ist Weihnachten. Beim Durchlaufen von Gretas Leben bzw. ihren Erinnerungen beginnen wir 1945 in London. Der zweite Handlungsstrang stellt Cheskas Entwicklung dar, ab dem Jahre 1956. Der letzte Part widmet sich Ava. Zwischen den Epochen wird immer wieder gewechselt, was für mich bedingt dadurch, dass immer wieder Hörpausen entstanden, teils leicht verwirrend war und mir den Wiedereinstieg, in die Geschichte, erschwerte. Der Schreibfluss stockte für mich daher an so manch einer Stelle. Vor allem im Mittelteil des Buchs empfand ich die Handlungen teilweise als zäh. Ab der Hälfte des Buchs steigerte sich die Spannung jedoch konstant, sodass ich dann auch dem Ende entgegen fieberte. Die Idee des Engelsbaums empfinde ich gleichermaßen als faszinierend und gruselig. Leider wird auf den Hintergrund nur sehr kurzzeitig im Buch eingegangen. Die Sprecherin habe ich als angenehm empfunden. Ich denke jedoch, dass es mir als Zuhörer leichter gefallen wäre, die Geschichten voneinander zu trennen, wenn man unterschiedliche Sprecher eingesetzt hätte. Fazit: Eine schöne, berührende Familien- und Lebensgeschichte, welche für mich, an manchen Stellen, zu vorhersehbar war. Ich gebe 3 von 5 Punkten.