Leserstimme zu
Feuer und Stein - Eine Liebe in den Highlands

Fesselnde Liebesgeschichte mit Fantasy-Aspekten

Von: Aglaya
21.06.2015

Die Krankenschwester Claire wird kurz nach Ende des zweiten Weltkriegs in die Vergangenheit katapultiert, wo sie 1743 den Highlander Jamie kennen und lieben lernt. Gleich zu Beginn möchte ich hier eine Warnung aussprechen: obschon die Bücher Mitte des 18. Jahrhunderts spielen und die Protagonistin eine Zeitreise erlebt, handelt es sich bei Diana Gabaldons „Highland-Saga“ nur am Rande um historische Romane oder gar Fantasy. Die Bücher drehen sich in erster Linie um Liebe, Sex und Gewalt, und sind nach meiner Einschätzung für Männer eher nicht geeignet. Schaut man sich die negativen Rezensionen auf Amazon an, scheinen doch eine Menge Leute von diesem Buch enttäuscht worden zu sein, da sie falsche Erwartungen hatten. Wer weiss, dass sich hinter „Feuer und Stein“ ein manchmal recht kitschiger Liebesroman verbirgt und sich darauf einlässt, erhält eine schöne Liebesgeschichte in den schottischen Highlands. Natürlich gibt es einige Kritikpunkte, die auch ich als Fan nicht verleugnen kann. Beispielsweise erscheint es ziemlich weit hergeholt, dass Claire und Jamie sich kaum füreinander zu interessieren scheinen, es aber miteinander treiben wie Karnickel (tut mir leid, diese Formulierung trifft es am Besten), sobald sie verheiratet sind (und dabei auch Claires erster Ehemann Frank praktisch vergessen geht). Auch die Zähheit von Jamie, der an seinem Wunden mindestens drei Mal hätte sterben müssen, wirkt nur bedingt realistisch. Sowohl die Anzahl der Sexszenen wie auch die ausführlichen Schilderungen der medizinischen Eingriffe hätten für meinen Geschmack etwas eingeschränkt werden können. Zudem hat das ganze Buch mit über 800 Seiten zugegebenermassen deutliche Überlänge. Aber ich bin halt nun einmal schon seit Jahren Fan von Diana Gabaldons Bücher und durch die neue Fernsehserie „Outlander“ hatte ich wieder einmal Lust, „Feuer und Stein“ zu lesen. Trotz aller Kritikpunkte liebe ich es, in Gedanken mit Claire nach Castle Leoch und Lallybroch zu reisen und mir vorzustellen, ich selber würde dem rothaarigen Hünen Jamie begegnen. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Claire erzählt. Was sie nicht direkt miterlebt, wird ihr später von Jamie (oder sonstigen Beteiligten) geschildert. In späteren Bänden werden einige Ereignisse auch aus der Perspektive von anderen Protagonisten geschildert, das ist bei "Feuer und Stein" aber noch nicht der Fall. Wer gerne Liebesschnulzen in historischem Umfeld liest und sich von Gewalt nicht abschrecken lässt, dem möchte ich „Feuer und Stein“ als Einstieg in die „Highlander-Saga“ gerne empfehlen. Wer hingegen einen historischen Fantasyroman sucht, der wird hier wohl nicht glücklich.