Leserstimme zu
Coole Eltern leben länger

Be cool ...

Von: Sandra
10.07.2015

Der Wahlberliner Wladimir Kaminer berichtet in seinem typischen deutsch-russischem Akzent über seine pubertierenden Kinder – nach „Salve Papa“ ist die der zweite Teil über das Erwachsenwerden seiner Sprösslinge Nicole und Sebastian. Hier geht’s es im Wesentlichen über kleine Anekdoten oder kurzweilige Kapitel mit verschiedenen Inhalten, womit sich Eltern Pubertierender herumschlagen müssen: Facebookpartys und hierbei eigene entwendete Schuhe aus dem heimischen Bestand, Liebeskummer der Tochter und auch die wichtigste Person – seine Frau Olga – kommt nicht zu kurz. Die berüchtigten Klassenfahrten, die Frage, ob der Telefonanbieter der Freundin des Sohnes aufgrund der Gebühren auch wirklich der Richtige ist, Freizeitparkbesuche und die lustige Geschichte Romeo & Julia 2.0 bietet jede Menge Stoff zum Schmunzeln. Die Rolle des Fernsehens oder die beliebten Anmachsprüche sowie – ein tragendes Thema der Pubertierenden – die Erderwärmung haben mir besonders gefallen! Immer wieder durchzogen sind die Gewohnheiten der heutigen Jugend mit dem Vergleich, wie das in Wladimir Kaminers Heimat abgelaufen ist – daher: absolut kein Vergleich! Mein Fazit: Wladimir Kaminer hat einen sehr leichten speziellen Humor, wie er die Alltagsgegebenheiten seiner Familie vorträgt. Er selbst scheint auch – gemäß seinem Motto – cool zu sein und die pubertären Probleme fast mit einem Schulterzucken abzuschütteln. In der Sowjetunion hätte es das alles so gar nicht gegeben … Ich persönlich mag die Bücher von Kaminer und würde auch gerne eine Lesung besuchen, aber wenn man das Hörbuch in einem Rutsch hört, habe ich schon mal Probleme mit dem Akzent und kann mich nicht so gut konzentrieren. Daher ist es für mich persönlich besser, einzelne Kapitel anzuhören. Da diese in sich abgeschlossen sind, ist dies kein Problem. Ein humoristisches Hörbuch, das jedoch nicht komplett auf Slapstick geht sondern auch ganz normale Themen mit ein wenig Ernsthaftigkeit zur Sprache bringt. Mit viel Selbstironie und einer Leichtigkeit, über die Dinge mit einer Coolness zu erzählen, fühlte ich mich insgesamt sehr gut unterhalten! „Wer wenig weiß, kann länger schlafen“ – ein gutes Motto, um mit den seltsam verdrehten Kindern umgehen zu können!