Leserstimme zu
Die Frau Müller hat mir schon wieder die Zähne geklaut!

Ach Stefanie, Du sprichst mir aus der Seele.

Von: B. Kiermaier aus München
20.07.2015

Ach Stefanie, Du hast mir aus der Seele gesprochen. Und Dich und Olga hätte ich gerne als Kolleginnen, denn die Kollegen machen einem den Job oftmals unerträglich. Ja ich arbeite auch in der Altenpflege. Und so kenne und habe ich die meisten Geschichten schon so oder eben sehr ähnlich erlebt. So ist es in der Wirklichkeit, aber manchmal habe ich schon an mir selber gezweifelt. Wenn ich wieder einmal von meinen Kollegen und besonders von den Vorgesetzten nieder gemacht wurde. Wenn ich für ein Bewohner orientiertes Pflegen (Arbeiten) gekämpft habe. Wenn ich ermahnt wurde, meine Gefühle im Zaum zu halten, da ich durchaus verzweifelte Bewohner in den Arm nehme. Und da gibt es dann auch mal ein Bussi auf die Backe einer Bewohnerin oder eben von einer Bewohnerin auf meine Backe. Oder wenn ich am Sterbebett eines Bewohners gesessen habe und geweint habe, wenn sie gestorben sind. Auch wenn ich wusste, es war besser für denjenigen. Ich habe mir unzählige Male anhören müssen "zu Bewohnern baut man keine Beziehung auf". Meine Heimleitung sagte mir sogar mal "wenn Sie ihre Gefühle nicht in den Griff bekommen, dann schaffen Sie sich doch einen Hund an". Ha, ha, ich habe einen Hund und der ist humaner drauf, wie diese Heimleitung. Und das bei einem kirchlichen Träger, bitte wo ist dort Platz für Nächstenliebe. Und ich habe Respekt vor den Bewohnern auch wenn ich sie innerlich dutze. Ein Dementer merkt ganz genau, ob ich es ehrlich mit ihm meine. Ein Dementer hat zum Teil sein Gedächtnis eingebüsst, aber nicht seine Gefühle. Nun, ich bin eben auch mit Leib und Seele Altenpflegerin. Und jedes Lächeln eines Bewohners ist mehr wert als das wenige Geld, was wir verdienen. Dieses Buch hat mir wieder Kraft gegeben, weiter durchzuhalten. Bis zur Rente, ich gehe mit 63 Jahren, das sind noch 3 Jahre, sofern mein Rücken das noch mitmacht. Stefanie ... DANKE