Leserstimme zu
Cookies

Die ganze Welt der Cookies in einem Buch

Von: Nicole Rensmann
23.07.2015

Ein Hardcover mit Lesebändchen. Sehr fein. Cynthia Barcomi wird vom Verlag mit Details bedacht und der Leser dankt es. 160 Seiten, viele Fotos, zu jedem der 70 Rezept eins. Nach einem Vorwort, folgt der Weg zum Backerfolg. Mit Tipps für eine Cookie-Geschenkverpackung und Rezepte zur Herstellung von Glasur oder Vanillesalz endet die Einführung. Dann geht es los. Auffallend: Hier wird jeder Keks zum Cookie. Löffelbiskuits heißen Ladyfingers und Schweinohren werden zu Palmiers. Da kommt die Liebe zum Studienort durch. Das Register am Ende des Buches bietet eine Übersicht sortiert nach englischen und deutschen Rezeptnamen. Zu jedem Rezept finden sich kleine Anekdoten oder Tipps. Die Beschreibungen zu den einzelnen Rezepten sind sehr ausführlich. Ich mag es, dass Cynthia Barcomi erzählt, der Teig sei bröselig und brauche seine Zeit. Denn dann weiß ich: Alles ist richtig! Und frage mich nicht, was ich falsch gemacht haben könnte. Die Vielfalt der Rezepte und die lecker-kreativen Ideen machen das Buch zu einem Erlebnis. Die Fotos setzen das Backwerk in den Vordergrund und verzichten auf viel Schnickschnack. Super! Was mir (ein bisschen negativ) aufgefallen ist In Ihrer Einleitung weist Cynthia Barcomi darauf hin, dass die Zutaten und die Mengen auf keinen Fall verändert werden sollten. „Jedes Rezept basiert auf dem ausgeklügelten Gleichgewicht der Zutaten untereinander.“ Doch da gibt es ein paar Probleme. Cynthia Barcomi verwendet häufig Muscovadozucker, ein Rohrrohrzucker aus Mauritius, der in der Gourmetküche verwendet wird und gegenüber normalen Haushaltszucker mehr als 30 mal so viel kostet. Nun habe ich – hast du – keine Gourmetküche, wir backen nur gerne und stellen unsere Nahrungsmittel selbst her. Das mache ich nicht nur, damit ich weiß, was drin steckt, sondern auch aus finanziellen Gründen. Ich bin ein Gourmet mit (manchmal) Ebbe im Portemonnaie. Ebenfalls überrascht hat mich die Menge an Salz. Keine Prise, sondern stets ein halber Teelöffel. Außerdem wird grundsätzlich Vanilleextrakt verwendet. Vanilleextrakt wird zwar in der Regel aus echter Vanille hergestellt, enthält aber häufig Alkohol oder Zusatzstoffe wie Gerste. Und günstig ist Vanilleextrakt auch nicht. Wer es besonders fein haben möchte, der nimmt lieber eine echte Vanilleschote. Oder tauscht einen Teil des normalen Zuckers durch selbstgemachten Vanillezucker. Auch sonst werden gerne teurere und zahlreiche Zutaten verwendet. Fazit Eine leckere Cookie-Vielfalt, mit ansprechenden Fotos von Maja Smend. Tolle Tipps für die Herstellung perfekter Cookies. Einzig die Möglichkeit nicht selbst kreativ sein zu können und mich exakt an die teilweise hochpreisige Zutatenliste halten zu müssen, empfinde ich als zu starr. Mein Rat: Nach Möglichkeit und Portemonnaie die Zutaten exakt ersetzen. Dann sind es keine Cookies á la Barcomi, aber Cookies von dir. Fotos, erste Backversuche und die komplette Rezension unter: http://www.nicole-rensmann.de/2015/07/23/gelesen-cookies-von-cynthia-barcomi/ .