Leserstimme zu
Als Schisser um die Welt

Wehleidig um die Welt

Von: Gackelchen
03.08.2015

Worum es geht: Der Schisser liebt seine Couch und seine Frau. Seine Frau liebt Abenteuerurlaub und so verlässt der Schisser seine geliebte Couch um seiner noch mehr geliebten Frau ins Abenteuer zu Folgen. Dies sind die Erzählungen von einem der mitmusste. Meine Meinung: Na, mitmusste suggestiert ja, dass er keine Wahl gehabt hätte, dem ist aber nicht so. Hätte ja gut zuhause bleiben können. Für den Leser wirken seine Erfahrungen natürlich lustig, seine Überlegungen und Aktionen haarsträubend und bringen den Leser zum laut auflachen. Armer Tropf, was "muss" er alles über sich ergehen lassen. Ich, als Vielreisender, habe mich eher mit der Frau identifiziert, fand einige Trips so gar nicht exotisch (New York & Kanada?!) und hab mich mehr mit der Frage beschäftigt: "Wie bleibt sie so chill?" Mit einem Schisser an meiner Seite wäre ich bereits nach der 2. Reise ausgerastet. Jemand der dir alles madig macht bevor du dein Zuhause verlassen hast. Ein Pessimist wie er im Buche steht, denn DU , ja DU kriegst Malaria in Bali. Ich hätte ihn nirgends mehr mitgenommen. Ich musste mir beim lesen mehrmals sagen "Der fährt nicht mit dir weg, Sarah muss mit ihm klarkommen" und dann konnte ich auch gut über ihn lachen. Vor allem das China Kapitel hat mir dank Wolf sehr gut gefallen. Was hab ich gelacht, Wolfgang ist für mich ein Traumbegleiter für eine Reise. "Kee Bleedzin mei, ok?!" Ja Wolf, sags ihm! Die Frage die sich mir gestellt hat: Ist das Buch auch lustig wenn man selbst noch nicht am Peking Airport steckenblieb, noch nicht in Japans Nattogenuss kam?! Ist es! Ich hab zwar mehr Spass mit den Szenen gehabt, die ich auch erlebt hatte, das heisst aber nicht, dass ich nicht auch die Situationskomik der für mich unbekannten Reisen nachvollziehen kann. Arbeitskollegen die noch nicht in Japan oder Afrika waren, haben auch bei diesen Geschichten gelacht, wenn es denn lustig war. Das Buch hat leider auch seine unlustigen Momente und gegen Ende hin wurde mir der Schisser äusserst unsympathisch. Aber finde mal Eines das von vorne bis hinten zum ablachen ist! Laut aufgelachen gibt es bei mir selten, aber alleine Wolfs Auftritte haben das öfters geschafft als alle meine 2015 gelesenen Bücher zusammen. Ich bin mich mal eben gegen Malaria impfen. Negativ: - Der Schisser bekommt von seinem besten Kumpel ein Familienerbstück mit auf den Weg. Er kommt damit allerdings nicht klar ( Physisch nicht psyschich ) und knallt's Abends in den Müll. Diese Handlung hat den Schisser für mich ruiniert. Auch wenn er nicht mit dem Kleidungsstück klarkommt, es ist ein Familienerbstück das man ihm Zeremional überreicht hat und schon Generationen überstanden hat. Und mit so einer Respektlosigkeit wird es gedankt. Wie kommt man auf die Idee eine Leihgabe in den Müll zu pfeffern, nur weil man sich dran Wund gescheuert hat? Der Wutausbruch des Freundes später im Kapitel wird abgetan mit "Er wird mir schon wieder verzeihen". Von dem Moment an, war jede Sympathie meinerseits, für den Schisser verflogen. Frage: Wie kann man jemanden Heiraten und nicht schon vorher wissen dass die Frau gerne Abenteuerurlaub macht? Waren die nie vorher in Urlaub? Und wenn man es wusste warum wird dann so ein Trara draus gemacht, dass die Frau gerne "exotisch" verreist?