Leserstimme zu
Altes Land

Hörenswert!

Von: Mona von reatabook.com
19.08.2015

Vorsicht - Spoiler! “Altes Land” von Dörte Hansen ist eine Flüchtlingsgeschichte. Zunächst die von Vera, die 1945 als Fünfjährige mit ihrer Mutter aus Ostpreußen ins Alte Land flüchtet und auf dem Hof von Ida Eckhoff Unterschlupf findet, aber nie heimisch wird. Und dann die von Anne, Vera’s Nichte, die mit ihrem Sohn vor Hamburgs Öko-Eltern und Bio-Supermärkten und ihrer kaputten Beziehung ins Alte Land flüchtet. Beide fühlen sich nicht wirklich zuhause, nicht zugehörig und kämpfen mit ihren Vergangenheiten. Als Anne eines Tages vor Vera’s Tür steht, entwickelt sich für beide Frauen etwas, das wohl beide nicht mehr für möglich gehalten haben: eine Familie. Der Roman erzählt von den Schwierigkeiten, die die Bauern im Alten Land heute haben, dass die alten Herrenhäuser langsam aber sicher verfallen, aber macht auch Lust darauf, die Gegend südlich von Hamburg zu besuchen – und das nicht nur zur Apfelblüte! Anne ist Tischlerin und überzeugt Vera, die sich ihr Leben lang mit Händen und Füßen dagegen wehrte, schließlich von der Renovierung des alten Hofes. Gelesen wird der Roman von Hannelore Hoger mit hanseatischem Charme, teilweisen plattdeutschen Einwürfen und viel Gefühl. Sehr authentisch! Ihre Apfelbäume hat Vera dabei längst an einen Nachbarn verpachtet. Aber weil die Äpfel im Alten Land immer noch eine große Rolle spielen, passt zu diesem Roman wohl kaum etwas besser, als ein Apfelkuchen. In diesem Fall ist es ein versunkener Apfelkuchen, den ich von Krautkopf abgewandelt habe. Das Rezept findet ihr auf dem Blog!