Leserstimme zu
Westeros

Must-Read für jeden GoT-Buch-Fan!

Von: Miri Buchfreak
24.08.2015

Action: ●● Spannung: ●● Humor: ● Charaktere: ●●● Anspruch: Erotik: ● Inhalt: Dieses Buch ist keine "normale" Geschichte, die eine Handlung aus Sicht eines Hauptcharakters schildert. "Die Welt von Eis und Feuer" bildet die Hintergrundgeschichte der "Das Lied von Eis und Feuer"-Reihe. Unterteilt wird die Chronik in Kapitel über die Geschichte des Altertums, Die Eroberung und Herrschaft des Hauses Tagaryen und die einzelnen Könige des Hauses, sowie über die Rebellion Robert Baratheons und die einzelnen Königreiche. Meinung: Das Buch ist in Form einer Chronik geschrieben, Erzähler der Geschichte ist Maester Yendel, der im letzten Jahrzeht der Herrschaft König Aerys geboren wurde, mit 13 das erste Glied seiner Kette schmiedete, das Gelübde ablegte und über viele Jahre das Wissen zusammentrug, das er schließlich zu diesem Werk vereinte. Somit ist diese Chronik aus der Sicht eines in Westeros aufgewachsenen Mannes geschrieben, der in den Sieben Königslanden seine Bildung erhielt. Diese Perspektive wird immer wieder deutlich, da der Erzähler häufig auf andere Chroniken oder Schriften verweist. Diese Art der Erzählung aus Sicht eines "Einheimischen" hat mir sehr gut gefallen. Handfeste Fakten werden ebenso präsentiert wie Spekulationen und Sagen. Damit ist dieses Werk nicht einfach nur eine Wissenssammlung über Westeros. Sie bietet eigentlich viel mehr. Das Werk ist in verschiedene Thematiken gegliedert. Zunächst geht es um die Geschichte des Altertums - um das Zeitalter der Dämmerung, die Kinder des Waldes und die ersten Menschen, um die lange Nacht, den Aufstieg und Fall Valyrias und die Ankunft der Andalen und um die Geschichte von Nymeria und ihren 10.000 Schiffen. Im nächsten Abschnitt geht es um die Herrschaft der Drachen, Aegons Eroberung und die Könige aus dem Hause Tagaryen, wobei jeder König sein eigenes Kapitel erhält. Schließlich geht es um Robert Baratheons Rebellion, den Sturz der Drachen und die glorreiche Herrschaft. Dann wird auf jedes einzelne der Königreiche eingegangen: Den Norden, die Flusslande, das grüne Tal, die Eiseninseln, die Westlande, die Weite, die Sturmlande und Dorne. Und schließlich geht es auch noch um Essos, die freien Städte und die Länder jenseits der freien Städte. Ganz zum Schluss gibt es noch Stammbäume und Abstammungslinien der Häuser Tagaryen, Lennister und Stark. Für mich war es nicht nur interessant, die umfassende Geschichte von Westeros zu lesen, es hat mir auch beim Lesen der "Das Lied von Eis und Feier"-Bände enorm geholfen. Viele eigentlich wichtige Zusammenhänge, die in den Büchern nur grob angerissen werden, habe ich erst durch "Westeros - Die Welt von Eis und Feuer" richtig verstanden. Beispielsweise die Sonderstellung Dornes, den Drachentanz (bzw. den Königsmacher), die Geschichte um Nymeria (nach der Arya ihre Wölfin benannt hat). Durch dieses zusätzliche Wissen sind mir Zusammenhänge und Strukturen klar geworden, die mir ohne dieses Buch wohl entgangen wären. Das hätte mein Verständnis der Geschichte an sich zwar nicht unbedingt behindert, durch das zusätzliche Wissen sind viele Details jedoch besser nachzuvollziehen und das Lesen macht natürlich noch mehr Spaß, wenn man das Land Westeros und seine Geschichte besser kennt und einzelne Könige oder andere wichtige Personen einigermaßen zuordnen (und im Notfall nachlesen) kann. Außerdem muss ich sagen, dass die Illustrationen des Buches einfach nur wunderschön sind und die Geschichte ungemein unterstützen, verschönern und besser vorstellbar machen. Ich empfehle jedem, der nicht nur die Serie schaut, sondern auch die Bücher liest, dieses Buch! Das Geld ist in jedem Fall sehr gut investiert. Allerdings muss ich auch sagen, dass man das Buch erst aufschlagen sollte, wenn man Band 5 der Reihe bereits beendet hat. Ansonsten enthält er prinzipiell keine Spoiler, außer direkt auf dem ersten Seiten, bei der Widmung des Erzählers, Maester Yendel, und auf den Stammbäumen am Ende, da dort gekennzeichnet ist, wer bereits verstorben ist. Allerdings kann man die ersten Seiten ja auch überblättern und die Stammbäume vorerst auslassen.