Leserstimme zu
Die Frau, die Männer mochte

Schöner Roman mit leider nur verhaltener Spannung

Von: Cocolinchen
27.09.2015

Worum geht's? Kriminalhauptkommissar Rolf Wegener übernimmt in einem Mordfall in einer Kleinstadt bei Köln die Ermittlungen. Die Leiche von Marisa Behrend wird nackt an ein Bett gefesselt aufgefunden. Doch wer wollte dieser beliebten und von vielen bewunderten Restaurantbesitzerin solches Leid antun? Rolf Wegener stößt bei seinen Ermittlungen auf das ein oder andere Geheimnis und wird immer tiefer in den Fall hineingezogen. Hätte er selbst sogar den Mord an Marisa verhindern können, wenn er sich in jener bestimmten Nacht anders entschieden hätte? Was hätte das für sein eigenes Leben bedeutet? Wegener lässt das Schicksal dieser Frau nicht mehr los und er bemerkt nicht, dass es für ihn selbst auch immer gefährlicher wird. Meine Meinung: Titel und Cover haben mich gleich neugierig gemacht. Ich stellte mir einen spannenden Roman vor und meine Erwartungen wurden zum Teil auch erfüllt, auch wenn es für mich an mancher Stelle etwas zu langatmig war. Kriminalhauptkommissar Rolf Wegener ist eine Person mit der ich nicht so ganz warm werden konnte. Warum genau, weiß ich auch nicht. Mit seinen 42 Jahren will er sich nur noch auf seinen Job konzentrieren und vor allem das Kapitel "Frauen" erstmal ruhen lassen. Seine Ehe ist gescheitert. Und die Geister der Vergangenheit in Form seiner toten Mutter und Schwester lassen ihm keinen Frieden. Als Ablenkung kommt der Mordfall da eigentlich gelegen, wenn er ihm nicht näher gehen würde als zuerst erwartet. Während der Ermittlungen verliert sich Wegener leider sehr oft in seiner Vergangenheit und in seinem Gefühlsleben. Dabei steigert er sich aber auch immer mehr in den Fall hinein. Meint, er hätte den Mord vielleicht sogar verhindern können. Schon zu Beginn des Romans erfährt man einiges über ihn und seine gemeinsame Vergangenheit mit Ehefrau Ellen, die er bei einer Razzia kennenlernt. Mir persönlich waren diese Abschnitte ein wenig zu ausführlich. Gut, es handelt sich ja auch um einen Roman und nicht um einen Krimi oder Thriller, also sind diese Abschnitte wohl "berechtigt" ;-), dennoch schweifte mir das Buch manchmal insgesamt leider ein wenig zu sehr vom "eigentlichen" Geschehen ab. Ich hätte da den Schwerpunkt lieber auf dem Mordfall gesehen. Aber das ist natürlich Geschmackssache. Doch nach dem Klappentext hatte ich eben doch andere Erwartungen. Sympathisch war mir der "Frischling". Simon Pauli wird Wegener zugeteilt und ermittelt fortan an seiner Seite. Der 25-Jährige versucht sich in seiner Probezeit ganz besonders zu beweisen und macht seinen Job akribisch. Dieses übereifrige Verhalten geht dem Kriminalhauptkommissar zwar manchmal auf die Nerven, im Großen und Ganzen kommen die beiden aber miteinander aus. Der Schreibstil der Autorin hat mir im Grunde gefallen, das Buch liest sich sehr flüssig. Ein bisschen mehr Tempo wäre an der ein oder anderen Stelle allerdings nicht schlecht gewesen. Zum Ende hin wurde es dann aber doch noch spannend. Aber da will ich nicht zu viel verraten. ;-) Insgesamt ist Die Frau, die Männer mochte ein schöner Roman mit einem Charakter in der Hauptrolle, der mehr in den Fall hineingezogen wird, als ihm gut tut. An mancher Stelle hätte mir persönlich ein bisschen mehr Spannung wirklich nicht geschadet. Die Frau, die Männer mochte ist der erste Roman von Petra Hammesfahr und erschien bereits vor 25 Jahren. Die aktuelle Auflage wurde um 100 Seiten erweitert.