Leserstimme zu
Das Ende der Zeit

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Schlechter als Band 1, besser als Band 2 - alles in allem ein rundes Ende

Von: Ricas Fantastische Bücherwelt
28.09.2015

Meine Meinung: "Das Ende der Zeit" von Myra McEntire ist das lang ersehnte Finale der Hourglass-Trilogie. Nachdem mich der erste Band unheimlich begeistern konnte, der Zweite hingegen eine herbe Enttäuschung darstellte, wusste ich gar nicht so genau, was ich von diesem Finale erwarten sollte. Einerseits freute ich mich natürlich darauf, weil ich wissen wollte, wie das Ganze ausgeht, und die Hoffnung nicht aufgeben wollte, dass dieser Band wieder besser wird, andererseits hatte ich auch keine Lust, wieder ein Buch zu lesen, das mich enttäuschen würde. Mein Neugierde hat letztendlich gesiegt und ich kann getrost behaupten, dass ich froh darüber bin. Am Schreibstil gibt es auch dieses Mal nichts zu bemängeln. Dieser ist perfekt für das Genre Jugendbuch, liest sich flüssig und schnell und die Beschreibungen regen das Kopfkino an. Es gab zwar einige Lücken, aber nichts, was unser kluges Gehirn nicht ausfüllen könnte. Was mich im zweiten Band am meisten gestört hat, traf auch dieses Mal wieder ein: die Geschichte wurde aus der Sicht eines anderen bzw. gleich zwei "neuer" Figuren erzählt. Allerdings wusste ich, was auf mich zukommt, weswegen es mich gar nicht mal so gestört hat. Ein weiterer Vorteil ist, dass mit den neuen Protagonisten auch ein Ortswechsel einhergeht, sodass sich das Altbekannte nicht mit neuen Eindrücken überschneidet. Das restliche Team von Hourglass bleibt zwar auch in Dunes Geschichte nicht außen vor, aber sie halten sich doch sehr im Hintergrund. So bleibt uns also nichts anderes übrig, als uns in Dune hineinzuversetzen, der uns bis dato eher als Randfigur bekannt war. Ich entschied mich dafür, ihm so vorbehaltlos wie nur irgend möglich zu begegnen, und wurde dafür auch gleich belohnt - denn wie sich herausstellt, ist er nicht nur ein solider Protagonist, sondern auch eine interessante Figur. Seine Gabe kommt meines Erachtens nach viel zu kurz, aber dafür umgibt sie eine umso spannendere Geschichte. Auf der zwischenmenschlichen Ebene hat er auch viel zu bieten, vor allem seine verständnisvolle Seite und sein Einfühlungsvermögen haben mich begeistert. Sein Gegenstück ist Hallie, besser bekannt als das legendäre Infinityglass. Dass sich der heilige Gral der Zeitreisenden als Mensch entpuppt, hätte ich so nicht erwartet, ebenso wenig wie die Figuren in dieser Geschichte. Ebenso wie sie, weiß ich selbst jetzt noch nicht, was ich davon halten soll, aber es war natürlich eine gute Ausrede, um ihr eine eigene Perspektive einzuräumen. So oder so ist Hallie keine schlechte Figur. Sie hat einen interessanten Hintergrund, eine faszinierende Gabe und eine sehr ausgeprägte Persönlichkeit. Im realen Leben würde man sie wohl als "unvergesslich" bezeichnen. Sie weiß, was sie will und wie sie es bekommt. Die Geschichte konnte mich gut unterhalten, aber hat keinen tiefen Eindruck hinterlassen. Es fängt schon damit an, dass es wieder keine Rückblenden oder Erklärungen gab. Den ersten Band habe ich mittlerweile vor 3 Jahren gelesen und mehr als die Grundidee ist nicht davon hängen geblieben - leider bezog sich die Autorin immer wieder darauf. Das niedrige Spannungslevel ist ein weiterer Minuspunkt. Der Schwerpunkt lag mir viel zu stark auf der Lovestory, anstatt auf dem Aspekt, dass Vergangenheit und Gegenwart in Form von Zeitrissen und -welten vermischt wurden. Das Raum-Zeit-Kontinuum war komplett gestört, aber das "Heldenpaar" saß in einem Elfenbeinturm und lernt sich gemächlich kennen. Am schlimmsten ist für mich allerdings, dass ich auch dieses Mal einiges nicht so ganz verstanden habe. Es ist nicht so, dass das den Lesefluss groß stören würde, immerhin kann man sich ja entscheiden, einfach blind zu akzeptieren, was man so vorgesetzt bekommt - aber mein Ego stört das umso mehr. Fazit: Myra McEntires "Hourglass - Das Ende der Zeit" ist ein Reihenabschluss, mit dem zwar leben kann, der mich aber nicht gerade umgehauen hat. Keine Frage - das Buch war unterhaltsam und ließ sich gut lesen, aber wenn man ins Detail geht, findet man doch einige Kritikpunkte. Kurz gesagt: schlechter als Band 1, besser als Band 2 mit einem semi-runden Ende. 3.5/5 Bücher!