Leserstimme zu
Töchter des Windes

Mann mit "leichten Gepäck" findet Heimat

Von: Tii
04.10.2015

Auch mit "Töchter des Windes" hat Nora Roberts wieder eine sehr berührende Liebesgeschichte zu erzählen, die auf den großen Kitsch, rosa Herzen und solcherlei Dinge verzichtet. Viel mehr entwickelt die Liebe sich langsam und stetig...sie schleicht sich quasi von hinten an und überfällt die Protagonisten in ihren schwächsten Momenten. Wie auch schon bei "Töchter des Feuers" sehr viel mit Vergangenheitsbewältigung zu tun bekam, steigert sich dies sogar hier noch. Die Familiengeheimnisse werden immer düsterer, Mave (die Mutter von Bri und Maggie) immer unausstehlicher und die beiden Mädchen immer stärker. Aber auch Gray hat ein dunkles Geheimnis, das ihn zu einem Vagabunden macht, der stets mit "leichten Gepäck" unterwegs ist. Wobei dies auch metaphorisch zu verstehen ist. Doch durch sein aufeinander Treffen mit Bri wird sein "Gepäck" ungeahnt schwerer...doch wird er erkennen, dass er kein Heimatloser mehr sein muss? Lest selbst und taucht ein in die Idylle von West-Irland und begleitet Bri und Gray auf ihrer Reise durch die Vergangenheit, die Gegenwart und vielleicht eine rosige Zukunft? Natürlich hat man bei "Töchter des Windes" wie auch schon bei "Töchter des Feuers" die Ehre einem Künstler bei seinem kreativen Schaffen "über die Schulter" zu gucken. Wir dürfen beim Schaffen eines neuen Buches dabei sein. Dürfen den fantasievollen Geschichtssträngen und Einfällen von Gray lauschen und beobachten wie aus einem zivilisierten Mann ein schreibwütiger, bissiger Schreiberling wird. Alles in allem sehr unterhaltsam und süß anzusehen. Ganz wie es für Nora Roberts typisch ist, ist die Geschichte sehr detailreich ge- und beschrieben, so dass man quasi das Gefühl hat mit Bri und Gray durch New York zu streifen, die Landschaft Westirlands zu genießen und vieles mehr. Auch ist es typisch Nora Roberts, dass sie (besonders bei Reihen) Figuren anderer Reihenteile in einem aktuellen Teil auftreten und als Nebenrollen mitwirken lässt. Sprich wir dürfen Maggie und Rogan wiedersehen und miterleben (am Rande versteht sich) wie sich deren Liebesgeschichte weiterentwickelt hat. Anmerkung: Wie schon Töchter des Feuers wird auch "Töchter des Windes" von Elena Wilms gelesen. Mein Fazit ist also, dass ich dieses Hörbuch verschlungen habe und nahezu erschrocken war, als ich die letzte CD eingelegt habe. Ich war schon irgendwie traurig, dass ich so schnell schon Abschied von Bri und Gray nehmen musste. Von daher gebe ich diesem Hörbuch 5 von 5 Sternchen und bin schlicht verliebt.