Leserstimme zu
Muffensausen

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Brautzilla und die nackte Panik

Von: Andrea Hübner
15.10.2015

Roman Printversion - KLICK 400 Seiten Blanvalet Verlag Erschienen am 15. September 2014 ISBN 978-3764505011 Kindle Edition - KLICK 1315 KB Verkauf durch Amazon ASIN B00KG63UD2 Hörbuch-Download - KLICK 5 Stunden und 1 Minute Gekürzte Ausgabe audio media verlag ASIN B00N343BV0 Hörbuch – Audio CD - KLICK 4 Stück ISBN 978-3868048599 Klappentext: Wo die Liebe hinfällt… wurde sie vielleicht geschubst? Nina und Philipp sind seit drei Jahren ein Paar, gerade frisch zusammengezogen und lieben sich sehr. An einem romantischen Abend macht Nina ihm spontan einen Antrag: »Willst du mich heiraten?« Bamm! Eigentlich ist es für ihn keine Frage, schließlich ist sie seine Traumfrau. Dennoch fühlt Philipp sich nicht überwältigt, sondern überrumpelt. Er verpatzt den Moment komplett: »Warum heiraten? Es läuft doch gerade so gut.« Als Nina daraufhin abhaut, merkt er schnell, dass er sie nur mit dem weltallerbesten Heiratsantrag zurückgewinnen kann. Gesagt, getan – doch damit beginnt ein Albtraum in Weiß… Mein Umriss: Drei Jahre sind Nina und Philipp nun ein Paar. Da es Philipp scheinbar nicht eilig hat, Nägel mit Köpfen zu machen, nimmt Nina die Sache eben selbst in die Hand. Nach einem Saunabesuch, ganz romantisch und verliebt zu zweit im Tauchbecken nimmt sie all ihren Mut zusammen und unterbreitet ihrem Liebsten einen Heiratsantrag. Philipp jedoch reagiert nicht in ihrem Sinne und prompt hängt der Haussegen gewaltig schief. Nina zieht aus. Zu ihrer Freundin Simone. Dort ist sie sicher vor Philipp, denn der kann ihre beste Freundin nicht ausstehen. Er jedoch hofft auf ihre baldige Rückkehr, also hält er seine Eltern, in deren Haus die beiden ihre Wohnung haben damit hin, dass seine Liebste mit einer heftigen Erkältung das Bett hüten muss. Die geben sich erstmal mit dieser Ausrede ihres Sohnes zufrieden, der die Abwesenheit Ninas dazu nutzt, an einem Heiratsantrag seinerseits zu feilen. Etwas Besonderes soll es werden und Chris sein bester Kumpel muss ihm dabei helfen. Hier erwähne ich nur den Kölner Dom und Philipps Höhenangst… Klar kann ich an dieser Stelle verraten, dass Nina den Antrag annimmt und sich nun in typisch weiblichen Aktionismus stürzt. Ist ja nur noch ein Jahr Zeit bis zur Hochzeit… Nina verwandelt sich immer mehr in Brautzilla mit hysterischen Phasen und Philipps Muffensausen verwandelt sich immer mehr in nackte Panik… Mein Eindruck: Christoph Dörr war mir bisher kein Begriff. Weder als Comedian, der mehrfach mit dem Deutschen Comedypreis ausgezeichnet wurde, noch als Redakteur oder Autor, war er mir bisher bekannt. Was mich aber nicht hinderte, sein Buch „Muffensausen“ zu lesen. Besonders hat mich der Titel und an zweiter Stelle das Cover angesprochen, auf dem ein Straußenkopf und ein Sandhaufen zu sehen ist. Ich fand das insgesamt lustig und interessant. Als ich das Buch dann in Händen hielt, war ich angenehm überrascht. Glänzende Buchstaben auf mattem Untergrund zieren das Cover und der Sandhügel fühlt sich tatsächlich fast wie Sand an. Dann gings ans Lesen. Sofort war ich mitten im Geschehen. Dörr hält sich nicht mit Geplänkel auf, sondern steigt direkt ins Geschehen ein. Er verfolgt konsequent seinen schnurgerade gelegten roten Faden und weicht nicht davon ab. Er muss auch kein Geplänkel links oder rechts zum Besten geben, denn durch seinen Humor schaffte er es, alle Missgeschicke, Fettnäpfchen und Unwägbarkeiten in gerader Linie aufzureihen und immer die richtigen Personen drin landen zu lassen. Da wären in erster Linie die Hauptpersonen Nina und Philipp, deren künftige Trauzeugen Chris, der Chaot und Philipps bester Kumpel, auf den er sich zwar immer verlässt, aber auch schon oft verlassen wurde und Simone, Ninas beste Freundin, die von Philipp gehasst wird, wie das Weihwasser vom Teufel. Dann wären da noch die Eltern der beiden. Wo Philipps Eltern etwas zu bieder erscheinen, umso durchgeknallter ist Ninas leibliche Mutter, der der Vater und seine zweite Frau in nichts nachstehen so unkonventionell wie sie sind und nicht zu vergessen Hiller, der Aufpasser, Hausmeister und Tyrann im Haus mit seinem Dackel Bestie. Von der ersten bis zur letzten Seite hält einen der Autor mit seinem unvergleichlichen Humor an seinem Buch. Und fast schon neigt man dazu, enttäuscht zu sein, als man die letzte Seite gelesen hat. Diese jedoch macht Hoffnung auf mehr. Mein Fazit: Köstliche Unterhaltung für regnerische Tage, die einem so manches Lächeln und auch herzhaftes Lachen entlockt und meine 100%ige Empfehlung erhält. Danksagung: Mein Dank geht an die Verlagsgruppe Randomhouse und hier im Speziellen an den Verlag blanvalet, der mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte. Ebenso bedanke ich mich für das Cover, das ich in Verbindung mit meiner Rezension veröffentlichen darf.