Leserstimme zu
Die Frau Müller hat mir schon wieder die Zähne geklaut!

Ein lustiges und nachdenklich machendes Buch - nicht nur für Pflegepersonal

Von: Franzy
20.10.2015

Meinung Da ich selber seit vielen Jahren nebenbei in der Pflege arbeite (Dialysezentrum, ambulante Alten- und Krankenpflege, Geriatriestation im Krankenhaus), war mir klar, dass ich dieses Buch lesen MUSS! ;-) Stefanie Mann berichtet knallhart ehrlich aber ebenso herzlich von ihrem Arbeitsalltag im Altersheim. Kollegen, die Probleme mit dem Entfernen der Ausscheidungen haben, Bewohner, die morgens einen Teller in der Hand halten, auf denen sich definitiv nicht das Frühstück befindet - eher das Abendessen in verdauter Form ;-) und die Altenheim-Mafia, die sich gegenseitig die Gebisse versteckt. Die Arbeit des Pfelegepersonals (egal ob Altenheim, Krankenhaus, ambulante oder häusliche Pflege) wird oftmals unterschätzt und definitiv nicht genügend honoriert (auch finanziell). Menschen, die sich für die Pflege entscheiden müssen dafür geboren sein und ich sage gerne, dass man das "Pflege-Gen" besitzen muss. Es muss ein Maß zwischen mitfühlen und nicht an sich rankommen lassen gefunden werden. Wie das im Leben so ist, mag man nicht jeden Menschen gleich gern und der ein oder andere liegt einem mehr am Herzen, als prinzipiell gut wäre. Und doch muss man gucken, dass man alle Menschen gleich gut behandelt und seinen persönlichen Ärger nicht an ihnen auslässt, auch wenn man es leid ist etwas zum hundertsten Mal zu erklären. Besonders bei dementen Patienten wird die persönliche Geduld oftmals auf die Probe gestellt. Stefanie Mann beschreibt in ihrem Buch die oftmals lustigen, aber auch anstrengenden und traurigen Erlebnisse mit "ihren Alten" und macht klar: Eines wird es in der Pflege niemals...langweilig! Fazit Egal ob Pflegepersonal oder nicht - dieses Buch bietet für jeden etwas. Erheiterung, die Möglichkeit nachzudenken und auch die ein oder andere Träne, wenn der Sensenmann leise an die Tür klopft. Vielleicht schafft Stefanie Mann es mit diesem Buch, dass die Menschen, die andere Menschen pflegen mehr Anerkennung, Verständnis und Mitgefühl bekommen - denn das haben sie verdient!