Leserstimme zu
Madame Rosella und die Liebe

Ich bin hin und her gerissen

Von: die Selbermacherin aus im Hohen Norden
23.10.2015

Die 88 jährige Madame Rosella sucht per Zeitungsanzeige jemanden, mit dem sie türkisch sprechen kann. Als junge Frau flüchtete die Jüdin aus Berlin nach Istanbul und verliebte sich in die Stadt, in der sie nicht lange bleiben konnte. Auf die Anzeige meldet sich die türkische Studentin Pellin, die gerne ihre Finanzen etwas aufbessern möchte. So unterhalten sich die beiden wirklich unterschiedlichen Frauen Woche für Woche und kommen sich immer näher. Was als Job beginnt wird bald zu einem echten Austausch über das Leben, die Liebe und die Vergangenheit bzw Zukunft. Das Buch hat einen ganz eigenen Stil, es ist komplett als Dialog geschrieben. "Willkommen, kleines Fräulein!" In diese Art des Schreibstils musste ich mich erst einmal einlesen und habe es aber leider bis zum Ende nicht richtig geschafft. Irgendwie konnte ich mich nicht in die Geschichte fallen lassen und fand die stets schnellen Wechsel zwischen den beiden Gesprächspartnern als eher störend. Die Geschichte an für sich ist wirklich gut und es hätte ein großartiges Buch werden können. Aber für mich persönlich durch diese Dialoge zu unruhig. Was mir wiederrum sehr gut gefallen hat, war die sich wandelnde Beziehung zwischen Madame Rosella und Pellin. So konnte ich als Leser von Woche zu Woche an der Vertiefung ihrer Beziehung teilhaben und besonders das Ende hat mich wirklich berührt. So bin ich nun wirklich hin und her gerissen zwischen den negativen wie auch positiven Aspekten dieses Buches und habe mich für 3,5 von 5 Sterne entschieden :-)