Leserstimme zu
Alles muss versteckt sein

Guter Thriller, aber gerne mehr Spannung

Von: Nine im Wahn
29.10.2015

[ERSTER SATZ] "Weißt du, wozu du fähig bist?" [INHALT] Was tust du, wenn deine Mordfantasien Wirklichkeit werden? Ihre Gedanken sind mörderisch, ihre eigene Angst davor unaussprechlich: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere. Monatelang kämpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, die wie Kobolde durch ihren Kopf spuken, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Maßregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint... (Klappentext) [MEINE MEINUNG] Schon seit Langem dümpelte dieses Buch auf meiner Wunschliste rum, denn ich wollte unbedingt ein Buch von Wiebke Lorenz lesen – der einen Hälfte von Anne Hertz. Dieses hier hatte mich besonders angesprochen, da ich Geschichten mit psychischen Krankheiten interessant finde. Man lernt direkt etwas dazu und ist erstaunt, was es doch so alles auf der Welt gibt. Tatsächlich habe ich nicht gewusst, dass es Zwangsgedanken gibt bzw. wie stark ausgeprägt sie sein können. Ich finde es toll, wie Wiebke Lorenz diese psychische Krankheit näher gebracht hat ebenso wie den Alltag in einer geschlossenen Anstalt für Straftäter. Zum Schluss des Buches erfährt man auch, wie sie für das Buch recherchiert hat und gerade so etwas mag ich! Es ist schön zu merken, dass alles auf fundierten Fakten basiert und nicht nur erfunden ist. Sie selbst schreibt zwar am Ende, dass es teilweise nicht so massiv ist, aber ich finde gerade so hat es mir verständlich gemacht, wie sehr diese Personen darunter leiden. Auch die Story rund um den Mord war sehr interessant, wenn auch etwas unspektakuklär. Marie sitzt nach dem Mord an ihrem Freund in der psychiatrischen Anstalt und denkt viel über den Mord nach. Sie kann sich nicht vorstellen es getan zu haben, auch wenn es ihrer Mord-Fantasie entsprach. Nach und nach öffnet sie sich dem Psychiater und ihre ganze Geschichte kommt ans Licht, angefangen bei der Liebe zu dem ihren Ex-Mann, dem Tod der gemeinsamen Tochter und den daraufhin entstandenen Zwangsgedanken. Schließlich kommen sie zu Patrick und ihrem Leben mit ihm und ihr Psychiater gesteht ein, dass er ihr den Mord nicht zutraut. Doch was ist dann geschehen? Wenn es nicht teilweise etwas langatmig vorangegangen wäre, hätte mich diese Geschichte wirklich packen können. Das finde ich etwas schade, denn eigentlich war die Story echt gut durchdacht. Auch wenn ich anfangs eine Vermutung hatte, wurde ich echt gut hinters Licht geführt und war zum Ende überrascht. Die Charaktere waren auch gut und echt real. Marie war eine süße, wenn auch kaputte Hauptfigur, der Arzt an angenehmer Gesprächspartner, der ihre Geschichte aus ihr herausgekitzelt hat und auch ihr Ex-Mann war einfach super. Wie er sich für sie eingesetzt hat, toll! Auch Patrick war toll, doch am meisten habe ich bei Felix abgefeiert. :D Ich habe meinem Freund immer von seinem Namensvetter vorgelesen und er war etwas entsetzt darüber, wie kaputt der doch ist. ^^ Doch mein absoluter Liebling war Hannah, die Mitbewohnerin von Marie, mit ihren gespaltenen Persönlichkeiten. Ich finde diese Krankheit so faszinierend und fand es toll, dass Hannah schon an dem Punkt angelangt ist, wo sie ihre Persönlichkeiten kennt und akzeptiert. Gesamt war es ein wirklich guter Thriller, aber leider etwas wenig beeindruckend. Bin ich schon zu viel Action gewöhnt und zu viel Tod? Serienkiller? Psychopathische Mörder? Ich weiß es nicht, aber hier hat mir doch etwas gefehlt. Teilweise hatte ich keine große Lust weiterzulesen, weil alles nur so vor sich hingedümpelt ist. Etwas mehr Spannung wäre schon super gewesen. [FAZIT] Das hier war bereits mein zweiter Thriller von Wiebke Lorenz und wieder hat mir etwas gefehlt, diesmal die Spannung. Auch wenn die Story wirklich einen super Plot hatte, war es mir teilweise etwas zu unspektakulär. Dennoch war es ein guter Thriller mit realen Charakteren und einem überraschenden Ende. Ich denke, ich werde noch einen Thriller von Wiebke Lorentz austesten müssen. :)