Leserstimme zu
Das Vermächtnis der Göttinnen

Lesehighlight

Von: Mina Barbara Imruck
13.12.2015

Kateřina Tučkovás Roman über die Göttinnen aus den Weißen Karpaten könnte zu meinem Jahreshighlight werden. Von der ersten Seite an, hat mich dieser Roman gepackt und nicht mehr los gelassen. Für mich gehört dieser Roman in den Magischen Realismus. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob der Roman die offizielen Kriterien dazu erfüllt. Besonders fand ich schon die Aufmachung des Buches. Das Cover sprach mich sofort an. Vor allem aber setzt sich der Roman neben der erzählten Geschichte Doras aus verschiedene Schriftstücken zusammen. So gibt es in Schreibmaschinenschrift aufgeführte Dokumente aus der Psychiatrie-Zeit der Tante, Briefwechsel zwischen den Forschern, die die Tante und andere Frauen aus den Weißen Karpatan untersuchen, überwachen und als Hexen überführen wollen. Das lockerte den doch recht heftigen Stoff, der in dem Buch Bearbeitung fand, immens auf. Die gesamte Geschichte war von Beginn fesselnd erzählt. Die historischen Begebenheiten, die aufgegriffen und bearbeitet wurden, beinhalten viel Unglaubliches und noch mehr Unerhörtes, das durch Kateřina Tučkovás Erzähltalent ein Sprachrohr in die heutige Zeit erhält. Mich hat das Lesen der Geschichte zwar durchweg eingefangen, aber auch sehr mitgenommen. Als Frau über das Schicksal dieser Frauen zu lesen, ging mir doch recht unter die Haut. Eines steht auf jeden Fall fest: Von Kateřina Tučková möchte ich definitiv mehr lesen!