Leserstimme zu
Das Dunkel der Seele

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Ein düsterer und geheimnisvoller Auftakt zu einer neuen Fantasy- Trilogie

Von: Ilona
25.12.2015

Erster Satz: Bis zu diesem Zeitpunkt war der Englischunterricht ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen. Meine Meinung: Dieses Buch stand schon lange auf meiner Wunschliste, deshalb habe ich mich natürlich riesig gefreut, als ich es als Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen habe. Leider hat es eine Weile gedauert, bis ich es tatsächlich zu Ende gelesen habe und das lag vor allem an dem endlosen Einstieg. Dieser war mir eindeutig viel zu langatmig und langweilig. Die vielen Beschreibungen waren sicher nicht schlecht gemeint, aber nachdem erst nach über 200 Seiten endlich etwas passierte, war das definitiv zu viel des Guten. Die Protagonistin Haven hat mir anfangs noch gut gefallen. Ich fand sie sehr sympathisch und konnte mich auch problemlos in sie hineinversetzen. Obwohl sie ein behütetes Leben führt, hat sie es dennoch nicht so leicht. Sie wohnt mit ihrer Ziehmutter zusammen und um ihr nicht später zur Last zu fallen, setzt sie alles daran, an eine gute Uni zu kommen. Durch ein Projekt, an dem sie teilnimmt, bekommt sie die einmalige Chance auf ein grandioses Praktikum - sie darf nämlich von nun an in einem Luxushotel arbeiten. Von ihrer Chefin Aurelia ist sie schon mal begeistert und auch der gutaussehende Lucian, Aurelias Assistent, lässt sie nicht kalt. Dennoch vermutet Haven schon bald, dass die beiden ein dunkles Geheimnis hüten... Bis zu diesem Zeitpunkt, fand ich die hübsche Haven wie gesagt sympathisch, aber dann verhielt sie sich in meinen Augen nur noch ziemlich passiv und emotionslos. Ich hatte auch das Gefühl, dass sie mit der Zeit als Charakter immer blasser wurde. Die anderen Romanfiguren fand ich auch spitze. Mein absoluter Lieblings in dieser Geschichte war eindeutig der Bad Boy Lucian, der die düstere Atmosphäre in dem Buch aufgelockert hat. Die Idee der Autorin fand ich spitze. Zwar handelt der Roman von Engel und Teufel, was an sich schon mal überhaupt kein originelles Thema ist, aber das Setting rund um das alte, restaurierte Luxushotel und die mysteriöse Stimmung waren auf jeden Fall nichts alltägliches und was man so bisher aus anderen Romanen so kennt. Außerdem waren die Rollen, die die beiden Figuren spielen überhaupt nicht in dieses "Gut" und "Böse"- Klischee sortiert und somit wusste man auch nicht woran man war. Da ich kein Freund vom Kastendenken bin, gefiel mir das natürlich sehr gut. Die Handlung klang vielversprechend - eine Protagonistin ohne Erinnerung und ein altes Hotel voller Geheimnisse. Leider war in meinen Augen die erste Hälfte des Buchs dennoch absolut nicht lesenswert. Ich habe mir mit den unzähligen Beschreibungen sowie den ziemlich langweiligen Konversationen sichtlich schwer getan. Ich fand es sehr schade, dass so lange Zeit einfach nichts entscheidendes und wichtiges passierte. Deshalb habe ich auch lange gebraucht um das Buch überhaupt zu beenden, da ich es immer wieder auf die Seite legen musste um mich anderen Romanen zu widmen. Glücklicherweise fand ich die letzten 300 Seiten dann doch noch spannend und vor allem sehr, sehr überraschend. Auf einmal nahm das Buch Fahrt auf und ich konnte mich von der Geschichte nicht mehr losreißen. Die vielen unvorhersehbaren Wendungen gefielen mir zudem auch richtig gut! Der Schreibstil ist auf jeden Fall sehr detailliert, aber meist dennoch flüssig und vor allem zum Schluss richtig fesselnd. Das Ende ist in meinen Augen spektakulär. Viele Ereignisse überschlagen sich und die Geschichte endet mit einem Cliffhänger. Somit steht fest, dass ich unbedingt den zweiten Band lesen muss! Zitat: Er trat einen Schritt zurück, um das Bild mal in Augenschein zu nehmen. "Nein, nie gehört. Ziemlich unheimlich, nicht?" Ich nickte, ein Schaudern überkam mich, und ich gab mich noch einen letzten langen Blick hin, bevor ich mich endlich losriss. Cover: Das Cover gefällt mir richtig gut. Zu sehen ist die hübsche Haven. Sie trägt ein wunderschönes rotes Kleid, das ihre dunklen Haare unterstreicht. Auch die angedeuteten Flügel deuten auf eine Engelgeschichte und passen gut zum Inhalt. Die leuchtenden Schriftverzierungen gefallen mir auch sehr und sind auf dem düsteren und dunklen Hintergrund ein wahrer Eyecatcher. Fazit: Der Auftakt zu dieser neuen düsteren Fantasy- Trilogie überzeugt mit einem einzigartigen Setting, tollen Nebencharakteren und einer mysteriösen Stimmung. Die vielen Geheimnisse machen einen auf jeden Fall neugierig, sodass es ab einem bestimmten Zeitpunkt unmöglich ist, das Buch aus der Hand zu legen. Leider war mir der Mittelteil eindeutig viel zu langatmig und langweilig! Deshalb gibt es von mir 4 von 5 möglichen Sternen!