Leserstimme zu
Im Herzen der See

Gerne 7 Sterne

Von: Nomadenseele
06.01.2016

Ein Buch, welches nicht nur vom Untergang der Essex erzählt, sondern von den Zufällen, an deren Ende das Buch *Moby Dick* steht: 1.) Der Angriff eines Pottwals auf die Essex, wobei die Tiere eigentlich recht friedlich sein sollen. Aber nicht, wenn es sich um ein paarungsbereites Männchen handelt, das eine Schule Weibchen in Gefahr sieht. Der gebrochene Unterkiefer aus der ersten Attacke stimmte den Angreifer auch nicht gerade freundlicher. 2.) Der Überlebenskampf der Crew auf der Suche nach Land. (Siehe auch Wikipedia, Fotos der Protagoisten des Buches sind dort zu sehen.) 3.) Der weiße Wal Mocha Dick, welcher fünf monatelang nicht zu erlegen war, bis er, wahrscheinlich von den ganzen Harpunen in seinem Körper geschwächt, gefangen werden konnte. 4.) Letztendlich heuerte Melville auf einem Schiff an, auf dem der Sohn des Überlebenden Chase ebenfalls seinen Dienst versah. Ohne diese vier Faktoren, hätte es das Buch *Moby Dick* nie gegeben. Man erfährt viel über die kulturellen Bedienungen auf Nantucket (Quäkertum), welche einigen Überlebenden halfen, die unglaublichen Entbehrungen zu überwinden. Alle Informationen, die man bekommt, fokussieren sich auf die Essex – Medizin, Strömungslehre, Biologie, Religion, Kultur und Geschichte. So kommt es, dass der Leser am Ende des Buches sehr viel über die Medizin und Psychologie von extremen Hungern weiß. Dabei wird der Tonfall nie marktschreierisch, nie verurteilend, nie schrill – auch nicht bei so schwierigen Themen wie das Zurücklassen von Matrosen auf einer abgelegenen Insel oder auch Kannibalismus. Fazit *Moby Dick* startet im Wettbewerb *Schlechtes Buch 2016*, *Im Herzen der See* konkurriert dagegen im Wettbewerb *Bestes Buch 2016*. Gute Chancen hat es. Vorkenntnisse sind nicht nötig.