Leserstimme zu
Mit jedem neuen Tag

Suche nach dem eigenen Mörder

Von: Gela
11.01.2016

Der erfolgreiche Enthüllungsjournalist Andrew Stilman steht kurz vor der Veröffentlichung eines brisanten Artikels über Gräueltaten in Argentinien. Beruflich könnte es gerade nicht besser für ihn laufen und privat hält er um die Hand seiner wiedergewonnenen Jugendliebe an. Perfektes Glück, wäre da nicht der Abend des Junggesellenabschieds, an dem er eine wundervolle Frau kennenlernt, zu der er sich hingezogen fühlt. Trotz allem heiratet er und gesteht erst dann seiner Frau die Zweifel. Am nächsten Morgen wird er beim Joggen hinterrücks erstochen und wacht zwei Monate vor der Tat wieder auf. Eine Chance das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, den Mörder zu finden und für seine Liebe zu kämpfen. Marc Levy hat einen ungewöhnlich fesselnden Schreibstil, der facettenreich und tiefgründig den Enthüllungsjournalismus beleuchtet. Andrew Stilman steht Pate für Journalisten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Missstände aufzudecken. Seine Recherchen führten zu einem unglaublichen Skandal in China: Gestohlene Kinder wurden als vermeintliche Waisen an amerikanische Eltern vermittelt. Doch wie so oft, hat die Medaille zwei Seiten. Die ahnungslosen Adoptiveltern erfahren aus einem Zeitungsartikel, dass ihre Kinder den leiblichen Eltern geraubt wurden und werden damit in eine unvorstellbar grausame Situation versetzt. Grund genug, ihn dafür zu töten? Zusammen mit Andrew begibt sich der Leser auf die Suche nach dem Mörder und dessen Motiv. Die letzten 60 Tage durchlebt er ein zweites Mal und doch verschieben sich Kleinigkeiten. Eine Auseinandersetzung mit einem neidischen Kollegen findet früher und intensiver statt. Auch die Reise nach Argentinien wird zu einem gefährlicherem Unterfangen mit überraschenden Details. Reichen die Fäden der ehemaligen Militärfunktionäre bis nach New York? Andrew läuft die Zeit davon und obwohl er Unterstützung durch einen ehemaligen Polizisten bekommt, nimmt die Zahl der mutmaßlichen Täter zu. Intensiv erlebt man als Leser den innerlichen Kampf, den Andrew durchleidet. Sich dem Tod ein zweites Mal stellen zu müssen, die geliebte Frau zu verlieren und einen Artikel nicht abschließen zu können raubt ihm die Kraft. Eine Story, die einen Toten zurück ins Leben holt, um das Schicksal zu verändern ist schon gewagt. Trotzdem lässt man sich durch die spannende Handlung auf das Abenteuer ein. Das Ende ist deshalb um so überraschender und unvorhersehbar, offen für eigene Interpretationen.