Leserstimme zu
Schwarz steht mir einfach nicht

Ein mutmachendes Buch, auch wenn es um den Tod geht

Von: Bloggerhochzwei
20.01.2016

Anja ist Ende 20, Kai Anfang 30 und ihr kleiner Sohn Nils 4 Jahre. Eigentlich könnte man meinen, dass man noch sein ganzes Leben vor sich hat. Nicht so diese Familie. Kai bekommt plötzlich enorme Schluckbeschwerden, so dass ein Termin beim Hausarzt ausgemacht wird. Die ernüchternde Diagnose: Ein riesiger Tumor im Magen. Es ist der Beginn von vielen Operationen, Chemobehandlungen, Arzt- und Krankenhausbesuchen. Die Familie kämpft, jeder für sich auf seine Art und Weise und doch verlieren sie den Kampf. „Schwarz steht mir einfach nicht“ ist ein sehr erschütterndes und gleichzeitig auch Mut machendes Buch. So steht die Autorin auch dazu, dass Kai nicht die Liebe ihres Lebens war. Sie mochte ihn, gar keine Frage. Die wahre Liebe zu ihm hat sie aber erst in den letzten zwei Jahren des gemeinsamen Lebens erfahren. Anja beschreibt auch ganz klar das Wechselbad ihrer Gefühle. Trauer, Freude, Wut, Hoffnung und Enttäuschung sind ganz normal und menschlich, auch oder gerade dann, wenn ein Angehöriger sterbenskrank ist. Dafür muss man sich nicht schämen, denn es gibt einen Punkt, an dem die Belastungsgrenze für alle erreicht ist. Oftmals wurde sie von ihrem Umfeld nicht verstanden, wenn sie auch noch das Leben lebte, bevor Kai starb und auch nach seinem Tod. Eigentlich erwarten alle, dass man ein Jahr trauern sollte und dann wie auf Knopfdruck sich wieder zusammenreisst und am Leben teilnimmt. Anja jedoch hat schon getrauert, zusammen mit Kai, als er noch am Leben war. Und auch heute trauert sie noch in vielen Situationen, nur nicht so offensichtlich. Ein Schicksalsschlag kann auch eine Chance sein. Die Chance auf eine tiefe Erfahrung, einer tiefer Liebe und das Erleben von Glück. Auch wenn der Weg steinig und hart ist, das Ende traurig, so kann man doch als Hinterbliebener von den positiven Erfahrungen zehren um das „Danach“ zu meistern. Diese Botschaft wird von Anja ganz eindeutig übermittelt. Es ist eine Geschichte über die Liebe und den Tod. Fazit Dieses Buch kann ich wirklich jedem ans Herz legen. Es ist absolut ehrlich und authentisch geschrieben, es macht Mut und zieht einen nicht runter. Natürlich fühlt man mit und denkt auch noch lange an das Geschriebene zurück, doch es strahlt auch sehr viel Positives aus.