Leserstimme zu
»Das Herz droht mir manchmal zu zerspringen«

Maria und Franz - ein Leben für die Kunst

Von: Heidi Zengerling
08.02.2016

Aus den handschriftlichen Erinnerungen Maria Marcs hat Brigitte Roßbeck eine unvergleichliche Biografie der Frau an der Seite des Expressionisten Franz Marc zusammengefasst und herausgegeben. Wir steigen in das Buch mit einer schwarz-weiß-Fotografie Maria Marcs an ihrem Schreibtisch im Jahr 1950 ein. Den Texten sind weitere Fotografien hinzugefügt, die die Texte bildhaft untermalen und erklärend darstellen, was in diesen zu lesen ist. Leseprobe: ======== Als ich Franz eines Tages – zusammen mit Marguerite Legros, der Freundin von Jeam Bloé Niestlé – zum Mittagessen abholte, trafen wir zu unserer freudigen Überraschung den August Macke an. Und wie wir uns gerade zum Ausgehen fertig machen wollten, wurde an die Eingangstür geklopft. … Nicht einmal zehn Jahre konnten Maria und Franz miteinander verbringen, weil der Expressionist im Jahr 1916 im Krieg in Verdun sterben musste. Seine Maria schrieb ihre Erinnerungen auf, man spürt, diese sind ehrlich und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, geschrieben worden. Bisher sind sie noch nie veröffentlicht worden. Auch diese Tatsache macht das Buch für mich so einzigartig. Man lernt den Künstler von einer ganz neuen Seite kennen – persönlich, privat, in seiner Beziehung zu Maria, in seinen Gedanken, aber auch natürlich in seinem Wirken und seiner Zeit. Man taucht wirklich intensiv in das Leben dieser beiden Menschen ein, geht mit ihnen ihren Weg und kann sich gut vorstellen, vor Augen führen, wie sie lebten, wie sie miteinander lebten – wie Marc zweifelte an sich und der Welt – wie er melancholisch sein konnte …. Wundervoll geschrieben, liest sich diese ganz besondere Biografie sehr einfühlsam, spannend, authentisch, nachvollziehbar und flüssig kurzweilig sowie informativ und glaubwürdig.