Leserstimme zu
Glühende Dunkelheit

[Rezension] Glühende Dunkelheit

Von: Mareike
20.02.2016

Steampunk-Romane lese ich eher selten, weil ich mit diesem Genre noch nicht vollständig warm geworden bin. Dementsprechend war Glühende Dunkelheit ein Experiment, dass glücklicherweise gelungen ist. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und konnte mir an vielen Stellen das Lacken kaum verkneifen. Ich bin froh, dass ich das Buch entdeckt habe. Es war schon länger auf meiner Wunschliste, als das Hörbuch erschienen ist, so dass ich mich einfach kurz entschlossen zum Kauf entschieden habe. Steampunk auf der einen Seite und Vampire, Werwölfe und Co. auf der anderen Seite waren einfach zu verlockend, um zu widerstehen. Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Fantasy-Elementen und den typischen Eigenschaften des viktorianischen Zeitalters. Vampire und Werwölfe leben seit der Renaissance akzeptiert in London und haben Einfluss auf das Leben dort. Die Nacht gehört ihnen vollständig und das wird wirklich wunderbar mit den historischen Begebenheiten verwoben. Glühende Dunkelheit ist der erste Band der Reihe um die Protagonistin Lady Alexia. Und da fängt der Spaß auch schon an. Alexia Tarabotti ist ein besonderer Charakter, denn sie entspricht in keinster Weise dem eleganten Kreis (England, um 1870), in dem sie sich bewegt. Ihre Haut ist zu dunkel, weil sie Halbitalienerin ist, ihre Nase ist zu groß, was mehrfach für Lacher sorgt und ihre ganze Art ist einfach erfrischend. Sie ist clever, vorlaut und es sieht ganz danach aus, dass sie eine ewige Jungfer bleibt. Bei den Eigenschaften ist das auch nicht verwunderlich, oder? Doch Alexias Leben ändert sich abrupt, als sie einen Vampir tötet, der sich ihr gegenüber einfach ungehörig benommen hat und sie sogar töten will. Kurzentschlossen, und eher unabsichtlich erfolgreich, verteidigt sie sich, ganz die toughe Halbitalienerin eben, was zu größeren Komplikationen führt und dafür sorgt, dass Alexia in ein Intrigenspiel gezogen wird, das nicht so schnell zu durchschauen ist. Ihre Begegnung mit Lord Maccon, der den Tod des Vampirs untersucht, steht ebenfalls unter keinen guten Stern. Die beiden haben eine Vergangenheit von der Art, wie man sie sich nicht wünscht. Das bedeutet aber auch, dass die Dialoge prickeln und man ganz viel schmunzeln kann. Ich hatte viel Spaß mit den Wendungen. Es geschahen mehrfach Dinge, mit denen ich so spontan nicht gerechnet hätte. Zum Ende hin wird es dann noch richtig spannend. Gelungen fand ich die Darstellung des viktorianischen Zeitalters. Die Autorin verwendet viele Begriffe aus der damaligen Zeit, was gerade beim Hörbuch hören dafür sorgt, dass man sich ins 19. Jahrhundert zurückversetzt fühlt. Man erfährt etwas über Debütantinnen und deren Mütter, über Tee, Hüte und überhaupt Etikette. Was gehört sich und was nicht? Ich bin sicher, wenn Lady Alexia eher gewusst hätte, was alles auf sie zu kommt, nachdem sie den unverschämten Vampir erstochen hat, hätte sie wohl dennoch nicht anders gehandelt ;-) Bewertung Glühende Dunkelheit ist ein gelungener Serienauftakt und ich bin richtig glücklich, dass ich die Reihe entdeckt habe. Mittlerweile gibt es 4 Folgebände, die das viktorianische London hoffentlich ebenfalls so lebendig darstellen. Ich spreche eine klare Hör- oder Leseempfehlung aus und werde ganz bald zu Brennende Finsternis (Band 2) greifen.