Leserstimme zu
Schattengrund

[Rezension] Schattengrund

Von: Mareike
20.02.2016

Schattengrund ist der zweite Jugendroman der Autorin Elisabeth Herrmann. Durch Lilienblut oder auch Zeugin der Toten dürfte sie vielen Lesern bekannt sein, doch für mich war es das erste Buch, dass ich von ihr lesen durfte. Und ich sag es gleich vorne weg: Ich bin schwer beeindruckt. Die Autorin schreibt lebendig und detailreich, was mir nach einer kurzen Eingewöhnung gut gefallen hat. Die Sprache orientiert sich dabei an der Zielgruppe und ist umgangssprachlich, aber dennoch angenehm zu lesen. Außerdem spielt der Thriller in Deutschland, was ich ebenfalls als sehr positiv empfand. Es werden Gefühle wie Trauer, Neugier und Angst mit Sagen rund um den Harzer Brocken vermischt. Ich konnte mich so noch besser in Schattengrund hineinversetzen und kann nur sagen, dass das Buch zur kalten Jahreszeit passt. Der Schnee auf dem Cover deutet ja schon an, dass es in dem Buch winterlich wird und mir wurde ab und an tatsächlich kalt beim Lesen, so gut wurde diese Jahreszeit von der Autorin rüber gebracht. Ich kann das Buch nicht nur für junge Leser empfehlen, sondern auch für Erwachsene, die gerne psychologische Thriller lesen. Die Geschichte ist fesselnd, interessant und angenehm unblutig für einen Thriller, dafür aber durch eine dichte Atmosphäre und eine immer rasanter werdende Handlung extrem packend. Abgesehen davon, dass es unblutig bleibt, ist nur durch das Alter der Protagonisten festzustellen, dass Schattengrund vordergründig ein Thriller für Jugendliche ist. Nico steht sechs Wochen vor ihrem 18. Geburtstag und verhält sich auch dementsprechend. Sie ist nicht naiv und auch nicht nervig, was ja öfter in Jugendromanen der Fall ist. Ihr Charakter ist bemerkenswert stark und teilweise humorvoll, was den Leser ab und an schmunzeln lässt. Die Beschreibung vom Ort Siebenlehen ist gelungen. Ich konnte mir die Personen und die Schneeberge in dem Ort wunderbar vorstellen. Die Charaktere haben mir ausnehmend gut gefallen. Nico kommt nach Siebenlehen, um sich das Erbe ihrer Tante Kiana zumindest einmal anzuschauen und auch, um herauszufinden, warum ihre Eltern das Erbe für sie ablehnen wollen. Doch die Menschen in dem Ort bleiben undurchsichtig und Nico kann niemandem vertrauen. Anscheinend hat jeder etwas zu verbergen und man erfährt bis zum Finale nicht, was eigentlich in Siebenlehen geschehen ist. Die Einwohner sind Nico gegenüber abweisend und wollen, dass sie so schnell wie möglich wieder verschwindet. Man merkt, dass sie etwas zu verbergen haben, kann es aber nicht fassen und tappt daher mit Nico zusammen völlig im Dunkeln. Die Charakter wurden authentisch gezeichnet und ich habe mit Nico mit gelitten und mit gerätselt. Die Atmosphäre in dem Buch hat mich beeindruckt. Elisabeth Herrmann schafft es, die Spannung bis zum Ende zu halten. Es passiert immer wieder etwas Neues, mit dem man nicht gerechnet hat. Der starke Wintereinbruch und die abweisende Haltung im Dorf Siebenlehen schaffen eine unheimliche Stimmung. Immer wieder spürt man die Gefahr für Nico, wodurch man total gefesselt von der Handlung ist. Trauer und Geheimnisse liegen in der Luft und werden gut mit Märchen und Sagen rund um den Brocken verwoben. Bewertung Schattengrund hat mich komplett begeistert. Das Buch bleibt konstant spannend, zeichnet authentische Charaktere und bleibt dadurch fesselnd bis zur letzten Seite. Alle losen Fäden werden gekonnt verknüpft, so dass keine Fragen offen bleiben. Ein gelungener Thriller nicht nur für Jugendliche.