Leserstimme zu
Nationalstraße

Ungewöhnlich

Von: Tulpentopf
14.03.2016

"Nationalstraße" ist Geschmackssache. Wer die klassische Art des Geschichtenerzählens mag, wird enttäuscht und verwirrt sein. Wer bereit wäre, einen Abend zu opfern, um in einer heruntergekommenen Kneipe zu sitzen und einem Säufer zuzuhören - bitte schön. Dafür erfährt er, was hinter den üblichen Stammtischparolen steckt, die in Prag und Berlin sicher ziemlich gleich klingen. Mit dem Buch „Nationalstraße“ setzt man sich mit einem menschlichen Wrack an einen Kneipentresen und lässt es reden. Dabei merkt man, wie kaputt dieser Mensch ist und erfährt, was ihn kaputt gemacht hat. Und welche Vorstellung er von sich, seiner Familie und seiner Zukunft hat. Diese Ansichten überträgt er auf die Gesellschaft. Was dabei heraus kommt ist gruselig. Und beklemmend glaubwürdig. Manche würden sagen, typisch deutsch.