Leserstimme zu
Eine Frage der Würde

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Hast du eine äußerst reine Weste?

Von: Mel Bücherwurm
20.03.2016

"Eine Frage der Würde" erzählt von Macht und Korruption und die Auseinandersetzung damit. Es zeigt sich, dass es im Laufe des Lebens nicht immer einfach ist, eine reine Weste zu behalten, da die Verführungen groß sind. Der Schreibstil des Krimis ist sehr hochwertig und auch Schauplätze und Protagonisten können überzeugen. Dieser Krimi spricht von Moral und Gerechtigkeit und zwingt seinen Lesern geradezu dazu sich selbst zu reflektieren. Ich fühlte mich angenehm berührt und litt mit Avvocato Guido Guerrieri. Ein Mann, der sich selbst von Selbstzweifeln geplagt mit der Frage nach der Würde beschäftigen muss. Es geschieht äußerst menschlich und mir wurde keine Meinung übergestülpt, denn das Ziel ist sicherlich, seine eigene Meinung zu bilden und auch auszuführen. 320 Seiten sind schnell gelesen und auch wenn sich "Eine Frage der Würde" eher wie ein Roman lesen lässt, geschehen unvorhergesehene Dinge, die einen gewisse Spannung erzeugen können. "Eine Frage der Würde" ist der fünfte Band einer Reihe und auch wenn Avvocato Guido Guerrieri für mich unbekannt war, konnte ich der Handlung problemlos folgen. Insgesamt gesehen, fand ich die Story gut inszeniert und konnte mich komplett darauf einlassen. Der Schreibstil und das Erleben entführt mich nach Italien. Ein Urlaubsland, welches ich sehr schätze, aber mir natürlich auch bewusst macht, wie schnell man seine Würde verliert, wenn man sich auf die falschen Menschen einlässt. Mit wenigen Worten und nur einer Geschichte folgend, pflegt uns Gianrico Carofiglio in einer Story ein, die es sich wirklich zu lesen lohnte. Ein echter Hochkaräter unter den Krimis und eine echte Leseempfehlung wert.