Leserstimme zu
Flammendes Erwachen

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Ein magischer Krieg zwischen drei Königreichen

Von: It's the love story of a girl and a book
17.04.2016

Die Geschichte Eigentlich ist diese Geschichte gar nicht unbedingt etwas, das ich in meiner Freizeit lesen würde, aber das Buch wurde im englischsprachigen Raum wirklich sehr gelobt und ich wurde allein schon durch das Cover und den Klappentext sehr neugierig auf die Geschichte. Ich bin gar nicht unbedingt mit einer hohen Erwartung an die Geschichte rangegangen, sondern habe mich überraschen lassen, ob ich vielleicht dank dieses Buches mehr High Fantasy lesen möchte. Die Geschichte kann man definitiv jugendlichem High Fantasy zuordnen, das aber trotzdem durch seine Komplexität, gerade zum Ende hin seine Spannung und seine gute Ausarbeitung überzeugt. Anfangs hatte ich gerade durch die Komplexität der Geschichte und der Welt in der sie spielt meine Probleme so richtig in die Geschichte einzutauchen, aber spätestens ab der Hälfte wurde ich vollkommen gefesselt und konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Morgan Rhodes hat eine Welt erschaffen, die in vieler Hinsicht Games of Thrones ähnelt, aber dennoch etwas vollkommen anderes ist. Die Autorin hat es geschafft den Leser eine magische und sehr gut ausgearbeitete Welt zugänglich zu machen und ihn durch die abenteuerliche Geschichte sehr gut zu unterhalten, auch wenn das Hineinfinden in die Geschichte ein wenig schwierig ist. Gerade mit der Vorstellung der Wächter, die in dieser Geschichte zu Beginn als Legende fungieren und im Laufe der Geschichte immer mehr Gestalt annehmen, hat Morgan Rhodes etwas für mich vollkommen Neues in die Geschichte gebracht und dem Leser damit eröffnet, auf was das Ganze in den nächsten Bänden hinauslaufen könnte und wie viel mehr die Geschichte noch zu bieten haben wird. Morgan Rhodes hat mit der Geschichte einen spannenden Auftakt einer jugendlichen High Fantasy à la Game Thrones erschaffen und wird ganz sicher in den nächsten Bänden die bisher dagewesene Handlung hinsichtlich Spannung und auch emotionaler Ebene übertreffen. Die Charaktere Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Prinzessin Cleiona von Auranos, der aus Paelsia stammende Jonas Agallon und Prinz Magnus von Limeros. Die drei könnten sich in ihrem Charakter, ihrer Herkunft und ihrem Lebensstil nicht mehr unterscheiden, auch wenn Cleo und Magnus als Königskinder teilweise ein ähnliches Leben führen. Cleo ist 16 Jahre alt und die Prinzessin von Auranos. Sie ist die jüngere der beiden Königskinder und ist somit nicht Thronfolgerin. Sie ist ganz anders, als man sich dank Disney eine Prinzessin vorstellt. Sie weiß was sie will und hat Leidenschaft und Feuer im Blut. Wenn sie etwas erreichen will, kann man sich die meiste Zeit über sehr sicher sein, dass sie es auch irgendwie schafft. Cleos beste Waffe ist ihre scharfe Zunge und ich würde mich so schnell nicht mit ihr anlegen. Auf der anderen Seite ist sie sehr liebevoll in Bezug auf die Menschen, die sie liebt und kämpft für diese wie eine Löwin, wenn es sein muss. Für ihr junges Alter ist sie schon sehr erwachsen und im Laufe der Geschichte wird sie zu einer noch stärkeren und mutigeren Persönlichkeit als sie zu Beginn der Geschichte bereits ist. Ihre Sicht auf die Dinge habe ich am liebsten gelesen, weil sie mir der liebste Charakter war. Mit ihr kann man sich identifizieren und meiner Meinung nach kann man sie nur lieben. Jonas ist der Sohn eines Weinhändlers aus Paelsia, der wie auch der Rest der Bevökerung dort mit der Armut zu kämpfen hat, wohingegen die Menschen in Auranos in Reichtum leben. Deswegen hat er von Grund auf ein Problem mit den Bewohnern Auranoses. Im Laufe der Geschichte befindet er sich durch seine Intelligenz und seinen Drang nach Rache an der Seite des Herrschers von Paelsia in einem Krieg gegen Auranos. Jonas ist ein sehr intelligenter Charakter, der für das kämpft was ihm wichtig ist. Selbst, wenn sein Verstand von seinem Drang nach Rache vernebelt wird, behält er die meiste Zeit über einen klaren Kopf. Als Leser versteht man seine Beweggründe für seine Handlungen und lernt ihn im Laufe der Geschichte immer mehr kennen und lieben. Er scheint trotz seiner Herkunft für Großes bestimmt zu sein. Magnus ist der Prinz von Limeros. Er ist als Sohn des Blutkönigs aufgewachsen und wurde sein ganzes Leben lang von seinem Vater eingeschüchtert und teilweise auch unterdrückt, weil sein Vater erreichen will, dass sein Sohn einmal ein genauso großer Herrscher wird wie er und sich nicht von seinen Gefühlen leiten lässt. Auf den ersten Blick wirkt Magnus kalt wie ein Stein, aber im Laufe der Geschichte merkt man, dass er sich manchmal doch von seinen Gefühlen und Emotionen leiten lässt und im Grunde gar kein schlechter Mensch ist. Er wurde nur in diese Rolle gedrängt. Diese Charaktere die doch so unterschiedlich sind, sind durch ihr Schicksal und ihre Rolle in der Geschichte unweigerlich miteinander verbunden. Der Schreibstil Die Geschichte wird aus der 3. Person erzählt und wechselt jeweils nach einem Kapitel zwischen Cleo, Jonas und Magnus, sodass man als Leser diese Figuren am besten kennenlernt und dank ihrer Gedanken ihre Handlungen besser nachvollziehen kann. Im Laufe der Geschichte kommt noch die Sicht der Wächter, die im Heiligtum leben hinzu und das macht die Erzählung noch spannender und komplexer. Anfangs war aber genau die Komplexität der Erzählung mein Problem, denn durch die vielen verschiedenen Sichtweisen kam ich nicht gleich in die Geschichte rein und war mehr als nur einmal nach dem Wechsel der Sichtweisen verwirrt, aber genau das macht doch irgendwie High Fantasy aus. Wenn man dann nämlich erst einmal richtig durch die Charaktere durchgestiegen ist, freut man sich jedes Mal, wenn die Sichtweise wieder auf jemand anderen wechselt. Mein einziger Wunsch für die nächsten Bände und ihre Schreibart wäre, dass die Autorin den Leser noch mehr an den Gefühlen und Emotionen der einzelnen Charaktere teilhaben lässt, sodass man eine noch engere Verbindung zu ihnen aufbaut und noch mehr mitfühlt. Die Gestaltung Wie ich bereits erwähnt habe, hat mich bevor ich mit dem Lesen begonnen habe vor allem das Cover angesprochen. Es passt sehr gut zu der Geschichte und sticht einem potenziellen Käufer sofort ins Auge. Es zieht durch die abgebildete Krone eine Verbindung zum Titel und macht durch die wunderschöne Landschaft neugierig auf die Welt, in der die Geschichte spielt. Die Wahl des Titels ist auch sehr gut gelungen, denn es geht nun mal um drei Königreiche, die sich gegenseitig zu Fall bringen wollen. "Flammendes Erwachen" passt auch sehr gut zu der Geschichte, da in der Geschichte ein Krieg angezettelt wird und auch das Erwachen von Magie eine große Rolle spielt. An dieser Stelle möchte ich wirklich den Verantwortlichen kreativen Köpfen ein großes Lob für dieses wundervolle Cover und die unglaublich gelungene Wahl des Titels aussprechen. Mein Fazit "Falling Kingdoms- Flammendes Erwachen" von Morgan Rhodes ist ein spannender und gut durchdachter Auftakt einer High-Fantasy-Reihe, der durch eine abenteuerliche Geschichte, eine magische und gleichzeitig komplizierte Welt und sehr interessante Charaktere besticht. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten in Bezug auf die sehr vielen Sichtweisen konnte mich der erste Band der Falling Kingdoms Reihe begeistern und fesseln und ich freue mich schon auf die weiteren Bände, denn spätestens nach dem Ende möchte ich wissen, wie die Geschichte rund um die drei Königreiche weitergeht.