Leserstimme zu
Das Nebelhaus

Was in der Blutnacht von Hiddensee wirklich geschah

Von: Kerry aus Berlin
02.05.2016

Im September 2010 ereignet sich auf Hiddensee im sogenannten "Nebelhaus" ein Blutbad, das nicht so schnell vergessen wurde. Eigentlich begann alles ganz harmlos. Der erfolgreiche Architekt Philipp Lothringer, der mit seiner Frau Vev und der gemeinsamen Tochter Clarissa auf Hiddensee lebt, hat über das Internet Studienfreunde aus alten Zeiten wiedergefunden und sie zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen. Timo Stadtmüller, Leonie Korn und Yasmin Germinal folgen dieser Einladung gerne - ist es doch schon ewig her, dass sie einander getroffen haben. Dieses Treffen hat jedoch tödliche Folgen. Zwei Jahre später erhält die Journalistin Doro Kagel den Auftrag, über die "Blutnacht in Hiddensee" zu schreiben. Bekannt ist, dass es drei Tote gab und eine Frau so schwer verletzt wurde, dass sie seitdem im Koma liegt. Doch was wirklich auf der Insel geschah, ist bisher noch ein großes Geheimnis, denn der Fall ist offiziell noch immer nicht abgeschlossen. Doro unterscheidet sich von den anderen Journalisten, die bisher über diese schreckliche Tat berichteten, denn Doro interessiert sich für die Schicksale der Menschen, die unmittelbar an der Blutnacht beteiligt waren. Wie nicht anders zu erwarten, stößt sie auf eine Mauer des Schweigens, denn keiner der Überlebenden ist bereit, mit ihr über jene Nacht zu sprechen. Doch Doro wäre nicht Doro, wenn sie nicht dennoch ans Ziel kommen würde. Im Laufe ihrer Recherche schaut sie hinter die Fassaden der einstigen Freunde und langsam aber sicher offenbart sich ihr ein Bild, wer sie im September 2010 waren und tatsächlich öffnen sich langsam aber sich Türen, die ihr die Wahrheit zumindest andeutungsweise offenlegen - und es ergibt sich nach und nach ein Bild, was vor zwei Jahren auf Hiddensee geschah ... Was in der Blutnacht von Hiddensee wirklich geschah! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie der Autor es schaffte, mir jederzeit die Szenen bildhaft vor Augen zu führen und auch die Interaktionen der Figuren untereinander empfand ich als sehr reizvoll dargestellte. Die Figuren an sich wurden authentisch erarbeitet. Ins Herz geschlossen habe ich die Figur der Doro, der es hier nicht um eine große Story geht, sondern die wirklich wissen will, wie es dazu kam, dass am Ende eines Treffens unter Freunden drei Menschen tot und einer schwer verletzt war. Sie geht hierbei sehr einfühlsam vor und ist dennoch nicht bereit, alles für bare Münze zu nehmen, was man ihr erzählt. Den Schreibstil empfand ich als teils doch etwas zu detailliert erarbeitet, kann aber als abschließendes Fazit sagen, dass mir das Buch spannende Lesestunden bereitet hat.