Leserstimme zu
Der Psychopath

Kurz und Knapp

Von: Lavender
03.05.2016

Sam ist ein eigenartiges Kind. Nur sein Vater Chris scheint ihn zu durchschauen. Selber Arzt, ist er fest davon überzeugt, dass sein Sohn ein Psychopath ist. Er zeigt alle Anzeichen. Seine Mutter und Großeltern wickelt er um den Finger, sie finden immer Entschuldigungen und Ausreden für sein immer brutaler werdendes Verhalten. Das Buch ist mit 224 Seiten recht kurz und sehr zügig zu lesen. Ich würde es nicht wirklich einen Krimi nennen. Es hat durchaus eine gewisse Spannung. Es gibt in Chris‘ Kindheit einen merkwürdigen Vorfall der nach und nach erhellt wird. Die Geschichte wird zum Teil in Rückblenden erzählt, die auch Sams Verhalten zeigen. Eingerahmt wird das Ganze von der Suche der Polizei nach Chris und Sam, denn Chris hat Sam entführt. Man hätte diese Story auch noch viel mehr in die Länge ziehen und mehr daraus machen können. In diesem Fall ist es aber recht gut, dass das Buch so wenige Seiten hat. Der Schreibstil ist trocken und etwas ungeschmeidig, sozusagen spartanisch. Nur das nötigste wird erzählt. Das macht das Lesen nicht gerade zu einem Vergnügen. Der Autor wollte uns ganz einfach kurz und knapp eine Geschichte erzählen. Die Story an sich um einen stark verhaltensauffälligen Jungen und seinen ebenfalls leicht gebeutelten Vater ist recht gut und auch düster. Insgesamt hat mir das Buch recht gut gefallen. Es war irgendwie mal was anderes. Nur den Schreibstil hätte ich bei einem längeren Buch als beschwerlich empfunden.