Leserstimme zu
Die Auslese - Nichts vergessen und nie vergeben

holpriger Titel, aber gutes Buch

Von: löle
17.05.2016

„Die Auslese: Nichts vergessen und nie vergeben“ finde ich sogar noch etwas besser als den ersten Band (Die Auslese: Nur die Besten überleben). Das Buch ist fesselnd geschrieben und die Charaktere sind meistens gut weitergeführt. Allerdings wird der Schritt von der schüchternen Cia, die nur dann was sagt, wenn sie sich 100 prozentig sicher ist, zu einer selbstbewussteren Person zu schnell vollzogen. dass konnte ich nicht nachvollziehen. Als unglaubwürdig empfand ich auch, dass ein 16 jähriges Mädchen, welches wohlbehütet aufwuchs, zu solchen mutigen und tapferen Leistungen fähig ist. An manchen Stellen dachte ich es wäre besser gewesen, dass Alter von Cia höher zu wählen, oder ihre Jugend mehr durchs blanke Überleben zu charakterisieren, dann hätte ich das Geschehene eher glauben können. Auch die absolute Überragenheit von Cia im Mittelteil ist anstrengend zu lesen. Ansonsten wird die Angst von Cia so gut nachgestellt, dass sogar ich manchmal während des Lesens hinter mich geguckt habe. Im Gegensatz zum ersten Teil, wo die Bedrohung physisch war, wird in diesem Teil mehr auf die psychische Bedrohung eingegangen. Dieser Band hat bis auf das Ende kaum Parallelen zu „die Tribute von Panem“. Gut gefallen hat mir, wie Cia mit anderen Charakteren umgeht. Allerdings hätte es nicht bei jedem Mal erwähnt werden müssen, dass dies ihrer Erziehung entspricht. Kurz vor dem Ende gibt es eine Wandlung, die nicht nur absolut unvorhergesehen kommt, sondern auch zu wirklich logisch ist. Meine Hochachtung vor Joelle Charbonneau solch weit gedachten logischen Verwicklungen einzubauen. Insgesamt finde ich das Buch super spannend geschrieben und obwohl schon in 10 Tagen Band drei veröffentlicht wird, kann ich es kaum abwarten. Meine Hoffnung im nächsten Band mehr über die Phasen des Krieges zu erfahren habe ich noch nicht aufgegeben.