Leserstimme zu
Der Hexenschwur

Der Krieg ernährt den Krieg

Von: Carmen Vicari aus Dossenheim
29.07.2013

Die Geschichte startet mit einem Prolog, der bereits 1628 spielt. In diesem Prolog wird gleich die Neugierde des Lesers geweckt. Wer war die Frau, die nachts durch die Gegend geschlichen ist und was wollte sie von der alten Hebamme? Das Buch besteht aus zwei Handlungssträngen. Der erste beginnt in Wellingen bei der Familie Bonner und ihrem Weg nach Hundeshagen. Der Leser begleitet die Familie von den ersten Überlegungen wieder in die Heimat zu gehen, bis hin zur Ankunft. Im zweiten Handlungsstrang lernt der Leser die Schwester von Johann Bonner kennen. Karoline lebt in Hundeshagen auf dem elterlichen Hof, ist mittlerweile verheiratet und birgt ein dunkles Geheimnis. In ihrem Keller lebt ein sogenanntes Wechselbalg, das sie mehr schlecht als recht versorgt, immer in der Hoffnung, ihren eigenen Sohn wiederzubekommen. Diese beiden Handlungsstränge verlaufen nebeneinander bis sie sich gegen Ende vereinen. Die Geschichte ist in der auktorialen Erzählweise geschrieben, so dass der Leser einen guten Überblick hat. Zwar handelt es sich bei dem Buch um den dritten Band, doch kann man das Buch auch ohne Vorkenntnisse der beiden vorangegangenen Bände lesen. Die Autorin gibt immer wieder Rückblicke, Hinweise oder Erläuterungen zu den vergangenen Geschehnissen, dass selbst einem Leser, der die anderen Bände nicht kennt, die Geschichte und die Handlungen verständlich werden. Der Schreibstil ist flüssig und vor allem mitreißend. Deana Zinßmeister gelingt es, den Leser an der Geschichte regelrecht teilhaben und ihn in die Zeit des dreißigjährigen Krieges eintauchen zu lassen. Der Leser wird praktisch an die Hand genommen und Teil der Familie Bonner, erlebt die Schrecken des Krieges mit, die sich entwickelnde Liebe zwischen der Tochter Magdalena und dem Arzt Arne, aber auch die Furcht vor dem Wechselbalg und die Verwirrung des Wechselbalgs selbst. Immer wieder stellt man sich die Frage, was hat es mit dem Kind auf sich? Was ist dem Kind passiert, dass es zu einem Wechselbalg wurde und wie wird es mit ihm weitergehen? Fiktive und reale Personen werden miteinander verwoben, dabei ihre Macken und Kanten deutlich beschrieben und jeder Figur einen individuellen Charakter eingehaucht. Das Ende ist in sich schlüssig und abgeschlossen. Viel zu schnell muss man die Familie Bonner wieder verlassen und auf eine Fortsetzung der Geschichte hoffen. In 45 Kapiteln darf der Leser die Familie Bonner begleiten. Mit einem Epilog rundet die Autorin die Geschichte ab, gibt noch weitere Erläuterungen in einem Nachwort. Auch eine Danksagung sowie eine Bibliographie findet man im Anhang. Im vorderen Bereich des Buches stellt die Autorin dem Leser ein Personenregister zur Verfügung, bei dem die realen Personen deutlich gekennzeichnet sind. Eine Karte des deutschen Reiches von 1635, in dem die in der Geschichte erwähnten Orte eingetragen sind, rundet den positiven Eindruck des Buches noch zusätzlich ab. Fazit: Eine gelungene Fortsetzung der Geschichte um die Familie Bonner, die den Leser mitnimmt in eine dunkle Zeit und eine aufregende Reise quer durchs deutsche Reich.