Leserstimme zu
Mit jedem neuen Tag

Verstörend bis genial

Von: steffuka
23.05.2016

„Mit der Menge verschmelzen, dieses seltsame Drama zu Ende bringen, ohne dass jemand etwas bemerkt oder sich an das Geringste erinnert.“ – Erster Satz Die Aufmachung: Dei Covergestaltung gefällt mir ausnahmslos gut. Hier ein großes Lob an den Grafiker, der hieran gearbeitet hat. Das Setting: Die Geschichte spielt bis auf ein paar Kapitel in New York. Die anderen Kapitel spielen in Argentinien. Der Plot: "Was wäre, wenn Sie den schlimmsten Fehler Ihres Lebens wiedergutmachen könnten? Der hochkarätige und erfolgreiche Journalist Andrew Stilman, der bald heiraten wird, lernt eines Abends in einer Bar in Manhattan eine wunderschöne Frau kennen. Als er ein paar Wochen später, am 9. Juli 2012, wie jeden Tag joggen geht, wird er von hinten angegriffen. Das Letzte, was er spürt, bevor er zusammenbricht, ist ein durchdringender Schmerz im Rücken. Als er wieder aufwacht, schreibt man den 9. Mai 2012 – zwei Monate vor seiner Hochzeit, zwei Monate, bevor er seiner Frau das Herz brach. Von nun an hat er sechzig Tage, um seinen Mörder zu finden, sein Schicksal zu verändern – und die Liebe seines Lebens zu retten …" - Klappentext Der Einstieg ist allein schon deswegen spannend, weil erst einmal aus der Sicht des Mörders erzählt wird. Kurz darauf lernen wir den Protagonisten kennen, dessen Geschichte uns erzählt wird. Im weiteren Verlauf findet dann der Angriff statt und der Protagonist wird zwei Monate in der Zeit zurück geschleudert und muss sein Leben nochmal leben. Während er versucht seinen Mörder zu finden, durchlebt er die Tage wieder und verändert immer wieder Kleinigkeiten. Nach einiger Zeit wechselt dann der Schwerpunkt der Gesichte und der Artikel, den er über Argentinien schreibt rückt immer mehr in den Vordergrund. Ereignisse, die anfangs noch zurückhalten behandelt würden, bekommen zum Ende hin eine immer größere Bedeutung und dem Leser wird klar, das sich viel mehr hinter der Geschichte verbirgt, als anfangs angenommen. Auch wenn für mich die Auflösung am Ende nicht mehr sonderlich überraschend war, muss ich zugeben, dass gerade die zweite Hälfte des Buches sehr spannend war. Jedoch war das Ende ziemlich offen und hat auch ein paar Fragen nicht beantwortet. Der Romantikfaktor: Ist hier zwar gegeben, aber doch eher unglaubwürdig. Ich muss aber auch sagen, dass der Fokus der Geschichte nicht auf einer romantischen Geschichte liegt. Die Charaktere: Die Charaktere waren für mich schwer einzuschätzen. Das lag zum einen an den Dialogen, die sehr oft ziemlich abgehakt und gestellt wirkten. Zu anderen daran, dass sich weder der Protagonist noch der Erzähler viel Zeit genommen haben, um sich mit den Charakteren zu befassen. Trotzdem hat es der Autor geschafft in bestimmten Szenen gute Bilder von den Charakteren zu übermitteln, sodass sie immer mehr Form angenommen haben. Die Umsetzung/Der Schreibstil: Der Schreibstil war für mich am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig. Marc Levy hat einen sehr zackigen Stil und hält sich nicht viel mit Beschreibungen auf. Ereignisse und Fakten zählen hier mehr als Gefühle und Betrachtungen. Nachdem man sich aber einmal daran gewöhnt hat, kommt man gut durch das Buch. Fazit: Mir hat das Buch ziemlich gut gefallen. Vor allem der Artikel und die Argentinienreise, die erst spät an Bedeutung gewinnen, konnten mich überzeugen. Ich gebe hier eine klare Leseempfehlung. Vor allem Krimi bzw. Thrillerfans können hier auf ihre Kosten kommen.