Leserstimme zu
So still in meinen Armen

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Tolle Idee, aber leider zu viele Charaktere

Von: Mathematiqua
19.08.2016

Susan ist eine junge Schauspielerin und wird zu einem Vorsprechen eingeladen. Von dort kehrt sie aber nie mehr zurück, stattdessen findet man ihre Leiche in einem Park, neben ihr ein einzelner Schuh, der ihr den Beinamen "Cinderella-Mord" einbringt. Zwanzig Jahre lang kann das Verbrechen nicht aufgeklärt werden, dann wagt sich Laurie, die Produzentin der Reality-TV-Show "Unter Verdacht" an den Fall und kontaktiert die Verdächtigen von damals. Was hat es mit der geheimnisvollen Kirche FG auf sich? Oder mit der dubiosen Firma REACH? Wie war Susan in diese Geschichten verwickelt und könnte das die Spur zum Mörder sein? In diesem Thriller hat Mary Higgins Clark, eine der bekanntesten Thrillerautorinnen, mit Alafair Burke zusammengearbeitet. Bei Zusammenarbeiten bin ich immer etwas skeptisch, da sie in meinen Augen oft den Stil des Autors stören und für weniger Gefühle, dafür mehr Handlung, die einfach nur aneinandergereiht wird, sorgen. So leider auch hier. An sich ist die Idee nicht schlecht, wobei sie auch nicht überragend ist, ziemlich durchschnittlich würde ich sagen. Man hätte die Handlung sicher spannender erzählen können, gerade dafür, dass das Buch "Thriller" heißt, meines Erachtens gehört das noch mehr in das Genre Kriminalroman auch wenn keine Polizei im Spiel ist. Insbesondere das Ende hat mich enttäuscht. Gerade in dem Moment, als es wirklich spannend wird, ist es auch direkt schon wieder gelöst und vorbei, mir fehlt hier einfach der Nervenkitzel. Sprachlich ist das Buch top, da kann man absolut nichts gegen sagen. Das Lesen wird aber trotzdem leider immer mühseliger, da eine Person nach der anderen dazukommt, bis man irgendwann überhaupt nicht mehr versteht, wer denn nun wer ist und wie sie alle in Beziehung zueinander stehen. Insbesondere Randfiguren, die mehr eine Statistenrolle innehaben, als wirklich zum Handlungsplot beizutragen, hätte man sich vielleicht besser sparen können, um etwas mehr Struktur in den Thriller zu bekommen. Nichtsdestotrotz handelt es sich hierbei um ein Buch, das unterhält, und einem einige Lesestunden Rätselspaß garantiert. Wer aber Thriller von der harten Sorte mag, bei denen es einem eiskalt über den Rücken läuft, für den ist "So still in meinen Armen" definitiv nichts.