Leserstimme zu
Heldentage

Ein Jugendbuch das sich um das Thema Armut und den verbundenen Gefühlen von Jugendlichen beschäftigt.

Von: MoneP
01.09.2016

Dieser Jugendroman geht um eine ernste Sache. Um Kinderarmut. Aber auch, wie sich ein Kind damit fühlt, wenn es zu kleine Schuhe trägt, aufgetragene Kleidungsstücke und selten etwas zu Essen bekommt. Das mit dem Essen fand ich in dem Buch am erschreckendsten. Es las sich so, als ob Lea fast nie etwas isst. Das Geld, was ihre Mutter hat, investiert sie in Alkohol und Zigaretten. Diese Dinge besorgt sie sich aber nicht selber, sondern schickt ihre 15 jährige Tochter. Mitte des Monats werden schon neue Schulden gemacht um die Sucht der Mutter zu finanzieren. Lea ist das alles sehr peinlich, doch wenn sie ohne diese Dinge nach Hause kommt, wird ihre Mutter auch mal handgreiflich. Lea schämt sich und deshalb erzählt sie es keinem. Allerdings frag ich mich, ob das keinem auffällt. Auch wenn Lea alles dafür tut, dass niemand erfährt, wie es wirklich zuhause aussieht, müsste es nicht irgendjemand mitbekommen? Wieso muss eine 15 jährige den Haushalt schmeißen und ihre Mutter versorgen. Leider gibt es diese Probleme viel zu oft und die wenigsten holen sich Hilfe. Sie schämen sich, für ihre Sucht und für ihre Ratlosigkeit. Viele Mütter haben sicher auch die Angst das ihnen direkt ihr Kind entzogen wird. Aber ist es nicht ein gutes Zeichen, wenn man sagt „Ich bin überfordert, ich brauche Hilfe!“ ? Ich denke somit zeigt man einen Willen zur Veränderung. Das Buch zeigt auf, dass Lea es trotzdem irgendwie schafft weiter zu machen. Mit ihrer Hoffnung auf ihren 18. Geburtstag überlebt sie jede Situation. Sie glaubt an ein besseres Leben und ich denke die Hoffnung und der Glaube an bessere, schönere Zeiten kann viel bewirken. Manchmal weiß man nicht, was gerade ein Tagtraum oder die Realität ist, da sie von einem zum anderen Thema springt. Sie ist sehr verwirrt und das merkt man auch. Was mir gefehlt hat, waren ein paar Antworten. Wieso weiß der Vater nichts von den Zuständen zuhause. Kommt er seine Tochter nie besuchen, oder lädt sie zu sich nach Ibiza ein? Schließlich schickt er ihr doch auch Postkarten. Was wird mit der Mutter? Und was ist mit ihrem 18. Geburtstag? Dafür das sie ihn so herbeisehnt, hätte ich erwartet er kommt auch im Buch vor. Das Thema des Buches finde ich in den heutigen Zeiten sehr wichtig. Ich selber habe einige Zeit in einer Kleiderkammer gearbeitet, doch bei uns gab es keine Kleidungsstücke mit Namen drauf oder zerlumpte Sachen. Ich weiß nicht, wie das in anderen Kleiderkammern ist, aber bei uns braucht man dafür auch keine Karte vom Amt und so kaufen dort viele Menschen ein, die schöne, günstige Sachen suchen.