Leserstimme zu
Bittere Wunden

Hochspannung -das beste Buch aus der Feder von Slaughter

Von: -Leselust-
16.09.2016

Zum Buch: Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Atlanta, August 1974. Auf dem Straßenstrich stehen Kitty, Lucy, Jane und Mary; ihr schwarzer Zuhälter Juice führt die Mädchen mit brutaler Gewalt. Dann ist eines der Mädchen tod, zerschmettert liegt sie im Innenhof eines Wohnbunkers in den Slums von Atlanta. Juice ein willkommener Täter. Die Polizeiarbeit wird schlampig und oberflächig gemacht, es ist ja “nur eine Nutte”, die da wohl Selbstmord begangen hat. Amanda Wagner und Evelyn Mitchell, zwei weibliche Polizistinnen in Zivil, kämpfen gegen Sexismus und Korruption im Dezernat. Sie finden Spuren, die eindeutig auf Mord hinweisen und fangen an auf eigener Faust zu ermitteln. Fazit: es sind noch mehr junge Mädchen spurlos verschwunden und alle kannten sich. Es ist schwer in dieser Zeit eine Frau zu sein, die nicht am Herd steht, auch die Dienstmarke verschafft den Ermittlerinnen keinen Respekt in der Männerdomaine. Atlanta, Gegenwart. Ein Frauenmörder wird aus der Haft entlassen und zeitgleich verschwindet eine junge, blonde Studentin spurlos. Amanda Wagner übernimmt persönlich die Ermittlungen, doch Will Trent darf nicht mitermitteln, er wird aus nichtigen Gründen strafversetzt -an den Flughafen von Atlanta. Gerade das weckt natürlich seine Neugier an diesem Fall. In einem leerstehenden Waisenhaus begegnen Trent und seine Freundin Dr. Sara Linton plötzlich Amanda Wagner. Was gibt es in diesem Kinderheim zu finden, das Amanda Wagner persönlich hier einsteigt? Bald wird klar, das der aktuelle Fall mit dem Fall von 1974 zusammen hängt. Die beiden jungen Ermittlerinnen riskierten 1974 ihren Job und ihr Leben um zu ermitteln, was den drogensüchtigen Mädchen geschehen ist. Also fängt Will an auf eigene Faust zu ermitteln und eine ungebändigte, kalte Wut bringt ihn dabei an seine seelischen und körperlichen Grenzen. Wird er durch seine Vergangenheit die Gegenwart zerstören? Meine Meinung: Zuerst sollte ich sagen, dass ich ein großer Karin Slaughter Fan bin und beide Krimireihen - die um Dr. Sara Linton und ihrem Exmann Jeffrey Tolliver und auch die um Will Trent und Faith Mitchell- verschlungen habe. Und dann der Clou, beide Reihen miteinander zu verbinden – genial! “Bittere Wunden” hat mich von Anfang an gefesselt und zum Ende hin nicht mehr los gelassen. Die Autorin führt uns auf zwei Zeitebenen durch das Buch, die aber gut gekennzeichnet sind. Endlich erfahren wir mehr über das seltsame Verhältnis von Amanda Wagner zu Will Trent. Dieses Buch enthüllt die Vorgeschichte von Trent und erzählt uns wie es zu seiner Abhängigkeit von seiner Ehefrau Angie Polaski gekommen ist. Aber auch die kalte und berechnende Amanda Wagner wird uns in diesem Buch näher gebracht. Überhaupt gibt das Buch den persönlichen Geschichten der Protagonisten viel Raum. Ich persönlich finde das sehr gut, für mich lebt ein Krimi nicht nur vom Fall an sich, sondern ich möchte auch etwas über die Ermittler erfahren. Und in diesem Band wird endlich meine Neugierde befriedigt. Das Buch hat mich aber auch wütend gemacht. Ist es wirklich erst so kurze Zeit her, dass wir Frauen nicht mehr unter der Vormundschaft unserer Männer stehen? Und Alkohol im Dienst, verbunden mit Rassendiskreminierung und Sexismus – eine gefährliche Mischung. Um so mehr verstehe ich jetzt Amanda Wagner, die sich als Frau unter diesen Bedingungen an die Spitze des Georgia Bureau of Investigation (GBI) hoch gearbeitet hat. Mein Fazit: Absolut lesenswert und ein Muss für Karin Slaughter Fans.