Leserstimme zu
Crossfire. Vollendung

Ein HappyEnd für eine Liebesgeschichte?

Von: Capeside Hollow
30.10.2016

Warnung!!! In dieser Rezension geht es um den fünften und letzten Teil einer Serie. Wenn Ihr die vorherigen Teile noch nicht gelesen habt und somit nicht gespoilert werden möchtet, lest bitte erst ab den Charakteren weiter. Diese Rezension umfasst zum einen den fünften Band der Serie, sowie aber auch die Serie insgesamt. Der Klappentext: Gideon und Eva – der reiche attraktive Geschäftsmann und seine junge Ehefrau sind verbunden durch ein verzweifeltes Verlangen, eine grenzenlose Liebe und das Versprechen für die Unendlichkeit. Mittlerweile hat Gideon sich ganz auf Eva eingelassen, und es scheint, als könnte sie nichts mehr trennen. Doch ihre Entscheidung für die Liebe war nur der Anfang. Für diese Liebe zu kämpfen wird sie entweder befreien … oder zerstören. Die Handlung: Die Liebesgeschichte von Gideon und Eva ist auf ihrem Weg zum Happy End. Eigentlich sind die beiden ja schon seit Teil 4 heimlich verheiratet, aber nun steht die große Eheschließung für die Öffentlichkeit an. Und wie zu erwarten, gibt es auch hier wieder genug Personen, die ihnen das gemeinsame Glück nicht gönnen und sich in das Leben von Eva und Gideon einmischen. Das reicht von lächerlich-amüsant bis hin zu tödlich gefährlich. Und diese Gefahr könnte auch eine Gefahr für die ihre Liebe sein. Werden sie es trotzdem schaffen und dieses Mal an sich selbst glauben und ihren Gefühlen trauen? Die Charaktere: Ich habe schon im ersten Band die beiden Hauptcharaktere Eva und Gideon mögen gelernt. Anders als bei 50 Shades sind die beiden wirklich sympathisch und nicht so abstrus abgehoben. Was mir von Anfang an sehr gefallen hat, ist dass Eva nichts mit der naiven und dümmlichen Ana aus 50 Shades gemein. Eva ist als Tochter aus reichem Hause nicht geblendet von Gideons Reichtum, der ist ihr eigentlich erst mal komplett egal. Wenn es zwischen den beiden funkt, ist es tatsächlich das Gegenüber, was die Gefühle auslöst und nicht die Tatsache, dass der männliche Part so viel Geld besitzt oder einen Helikopter fliegen kann. Auch die Nebenfiguren sind einem meist deutlich sympathischer, da ist zum einen Evas bisexueller Mitbewohner Cary, der wirklich liebenswert ist, aber an seinen eigenen Dämonen verzweifelt und daher nicht immer die beste Entscheidung trifft, zum anderen aber auch Evas Kollegen, die in einem den Wunsch hervorrufen, dort ebenfalls in der Agentur tätig zu sein. Bei einer Reihe von fünf Büchern fiebert man daher nicht nur bei der Geschichte der Protagonisten mit, sondern interessiert sich genauso für die immer wieder auftauchenden Randfiguren. Schreibstil: Mir gefällt der lockere, leicht geschriebene Schreibstil von Sylvia Day sehr gut. Für mich waren die Romane der Crossfire Reihe immer eine Highlight. Ich hätte die Bücher vermutlich nicht alle hinter einander weg lesen wollen, aber so war die Dosierung perfekt. In regelmäßigen Abständen ein kleines wohl geschriebenes, erotisches Abenteuer kann wirklich ganz reizfördernd sein. Wieder im Vergleich zu 50 Shades: hier gibt es keinen BDSM-Part, was mir auch irgendwie mehr zugesprochen hat, als beim oftmals recht erzwungenen „Hardcore“-Vorgänger. Ähnlichkeiten bestehen jedoch in der Beschreibung der Gefühle und Zuneigung der Protagonisten, was heißen will – wer schnulzige, verehrende Gedankengänge nicht ausstehen kann, wird mit dieser Buchreihe auch nicht zufrieden sein. Wie gesagt, durch den Abstand der Romane aufgrund der Erscheinungsabstände war es wirklich gut zu lesen, für mal so zwischendurch. Atmosphäre/Spannung/Humor: Dass das Buch erotisch aufgeladen ist, muss ich wohl inzwischen nicht mehr erwähnen. In allen fünf Bänden spielt der Sex eine nicht unerhebliche Rolle, was ja aber auch dem Charme des Buches entspricht. Die Spannung kommt natürlich nicht zu kurz. Während man grade in den Anfangsbüchern fast ein wenig irritiert den Kopf schüttelt, weil Eva und Gideon wieder einmal sehr intensiv und teilweise nicht immer rational nachvollziehbar stark auf Missverständnisse reagieren, erklärt sich doch durch die Geschichte und ihre Vergangenheit ihre Handlungsweisen. Auch der Humor bleibt dabei nicht auf der Strecke. In den beiden letzten Büchern wechselt auch mal die Erzählerperspektive von Eva zu Gideon, was definitiv noch ein wenig mehr Spannung mit in die Geschichte bringt. Idee und Umsetzung: Die Idee und Umsetzung ist auf keinen Fall neu, was ja schon meine vielen Anspielungen auf 50 Shades zeigen, aber für mich ist die Umsetzung sehr viel gelungener als beim großen Vorgänger, was sich auch alleine darin zeigt, dass ich hier die komplette Serie bis zum Schluss verfolgt habe, auch wenn einzelne Bücher und Teile der Geschichte mich vielleicht nicht so stark überzeugt haben. Bei 50 Shades war nach dem zweiten Band Schluss, denn schon der hat mich beim Lesen echt gequält. Gesamt-Fazit der Reihe: Ich mochte Eva und Gideon. Ich mochte ihre Geschichte und wie sich alles entwickelt hat. Mir hat auch der letzte Band sehr gut gefallen, auch wenn man ihn ganz sicher nicht mit Weltliteratur vergleichen kann. Insgesamt für mich ein gutes Ende und ich bin auch froh, dass die Reihe nun beendet ist, denn Auslutschen bis zum bitteren Rest ohne noch neue Handlung hereinzubringen ist für mich das schlimmste vorstellbare Ende. Nun muss ich wohl eine ganze Weile warten, bis ich etwas Ähnliches lesen kann. Am Ende des Buches lüftet de Autorin ein kleines Geheimnis: dass sie an einer weiteren Reihe arbeitet, und zwar der Blacklist-Serie. Hierfür werden jedoch noch keine Daten genannt. Sicherlich hat die Autorin auch noch weitere Buchreihen in petto, aber ich bin nicht so wirklich für Fantasy-Erotik zu haben, so dass ich warten werde, was uns wohl bei Blacklist erwartet.