Leserstimme zu
Evil Games

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Evil Games: Wer ist ohne Schuld? (Kim-Stone-Reihe, Band 2) von Angela Marsons

Von: Elena Rohleder
04.11.2016

Meine Empfehlung Mit "Evil Games" geht es spannend in der Kim-Stone-Reihe weiter. Schon mit dem ersten Band "Silent Scream" konnte mich Angela Marsons begeistern, daher habe ich mir die Fortsetzung direkt im Anschluss gegönnt und dem entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Zum Vergleich zum ersten Band, gewährt die Autorin dem Leser hier mehr Einsicht hinter die Kulissen, als der Ermittlerin Stone und schlägt damit einen anderen Handlungsstrang ein. Dadurch das der Leser nicht nur Kim Stones Erzählperspektive liest, sondern auch den Gedankengängen von Dr. Alexandra Thorne lauschen darf, weiß der Leser automatisch mehr als die Ermittlerin. Das dämpft den Spannungsbogen keines Wegs, damit und dem sonstigen Verhalten von Dr. A. Thorne wird die Spannung eher aufrecht erhalten. "Wer ist ohne schuld?" ist bei diesem Plot eine gute Frage? Eine Besonderheit, die abwechselnd für Spannung sorgt, sind die zwei Handlungsstränge: Zum einem haben wir einen Fall von Kindesmissbrauch und dazu kommen noch die Psychospiele von Dr. Thorne. Die Vorfälle und Ermittlungen dazu ereignen sich parallel und haben eigentlich nichts miteinander zu tun, daher steht das Ermittlerteam besonders unter Zeitdruck und der Spannungsbogen steigert sich immens. Gekrönt wird der spannungsgeladene Plot von einem nicht vorhersehbaren Finale, das viele Überraschungen bereit hält. Der Schreibstil gestaltet sich gewohnt einfach, flüssig und wirkt dabei nicht zu trivial oder aufgesetzt. Die Dialoge sind kein banales Geplänkel, sondern steigern die Spannung jeder gut platzierten Szene. Die Charaktere sind authentisch, kraftvoll und bleiben dabei sehr menschlich, mit den üblichen Bedenken und Komplexen. Ok, den Menschlichkeitsgrad eines Soziopathen will ich an dieser Stelle lieber nicht kommentieren. Die Einblicke in die Psyche eines Soziopathen sind meiner Meinung nach hier gut dargelegt worden und erklären die Handlungen besser. Es ist erschreckend fest zu stellen, wie einfach Menschen sich von anderen beeinflussen lassen. Für Kim Stone wird es noch persönlicher als im letzten Band, damals konnte sie sich noch zusammenreißen, dieses mal wird sie umso mehr Physisch und Mental gefordert. Mir hat Kim sehr gut gefallen, trotz ihrer etwas groben Art, hat sie ihr Herz am rechten Fleck und kämpft tapfer gegen ihre eigenen Dämonen an. Doch eines missfällt mir immer noch an ihr, trotz ihrer Intelligenz, kriegt sie es nicht auf die Reihe mit ihrer Vergangenheit und im besonderen die Geschehnisse in der Kindheit ab zu schließen. Diese Achillesferse wird ihr dieses Mal zum Verhängnis, das gegen sie verwendet wird. Ich finde, sie sollte sich endlich mal helfen lassen und durch eine Therapie mit ihren inneren Dämonen abschließen! Ein Katz und Maus Spiel mit Dr. Thorne sorgt für psychischen Nervenkitzel der besonderen Art. Die Frage "Wer ist der Täter und wer der Puppenspieler?", stellte sich mir beim Lesen des Öfteren. Fazit - Bewertung: 5 Sterne "Evil Games: Wer ist ohne Schuld?" kann, trotz kleiner Unterschiede, mit dem Vorgänger mithalten und hat mir sogar - wegen der Handlung und Protagonisten - einen Ticken besser gefallen. Mein Fazit ist wieder eine volle Leseempfehlung und Begeisterung für die Vorleserin. Kleiner Tipp: Lest den ersten Band am Besten, aus Informationsgründen, vorher.