Leserstimme zu
Locked in - Wach auf, wenn du kannst

Packend, hatte jedoch zu Beginn seine Schwachstellen

Von: Jannie @verlorenimbuecherregal
08.11.2016

Das Hörbuch beginnt in der Vergangenheit, mit der Geschichte der fünfzehnjährigen Amy, wie sie von ihrer Liebschaft mit einem deutlich älteren Mann erzählt, dass (leider), genau wie Alex‘ Trunkenheit und daraus folgende One Night Stands und Erbrechen, sehr detailreich ausgeschmückt wurde, etwas, das ich für meinen Teil nicht in einem (Hör-)buch brauche. Das hat sich dann allerdings nach den ersten paar Kapiteln wieder gelegt. Der Krimi wird von drei Sprechern gelesen, eine für Amy, eine für Alex und einen für Jacob. Etwas verwirrend jedoch zuerst, da es sich um keinen personalen Erzähler handelt, und trotzdem die Stimmen dieser Personen den allgemeinen Erzähler in ihren jeweiligen Geschichten bilden. Die drei handelnden Charaktere kennen sich zu Beginn nicht und ihre Geschichten verweben sich im Lauf der Zeit. Ich bin am Anfang auch nicht wirklich mit den Charakteren klargekommen, Amy war mir zu naiv, Alex‘ Trinkverhalten hat mich absolut angeekelt und Jacob hatte mir zu wenig Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein seiner nervigen Frau Fiona gegenüber. Was mich zu einem nächsten Problem bringt – es gab einfach zu viele Namen. Den Mann von der, alte Freundinnen von Amy, der Vater von der und der, das hätte man meiner Meinung nach besser regeln können, oder mehr Rollen zusammen legen, oder gleich weglassen können, die kaum vorkommen. Als ich dann mit den Charakteren warm geworden bin, konnte auch endlich die Geschichte losgehen. Die mich dann total überrascht hat. Wahnsinnig spannend, und ich wusste wirklich bis zu den letzten fünf Minuten nicht, wer der Täter war. Der Krimi ist wirklich sehr gut gemacht, das einzige, was mich ein bisschen gestört hat, war, dass man als Zuhörer oder Leser, gerade zu Beginn, der Ermittlerin immer voraus war, dadurch, dass man Amys Geschichte in der Vergangenheit immer wieder durch Einwürfe mitbekommen hat. Wirklich viel Action gab es jetzt auch nicht, also keine Morde und gefährliche Zweikämpfe, aber die Ermittlungen und Nachforschungen über fünfzehn Jahre fand ich wirklich interessant und spannend.